"Wollen mich einschüchtern": Ukrainische Regierung ordnet Razzia in Vitali Klitschkos Wohnhaus an
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Verdacht auf Korruption: Vitali Klitschko wird mit geheimdienstlicher Fahndungsaktion überrascht

Seit 2014 ist der Ex-Boxer Vitali Klitschko Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Am gestrigen Morgen nach osteuropäischer Ortszeit gab es eine Razzia in seinem Wohnkomplex. Klitschko scheint die Gründe dafür zu kennen, und richtet sich deshalb an die Regierung.

Es ist nicht das erste Mal, dass Fahndungsaktionen wie diese in Kiew für Aufruhr sorgen. Erst vor einigen Wochen durchsuchen bewaffnete Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU mehrere städtische Unternehmen sowie die Wohnung eines politischen Freundes des Kiewer Bürgermeisters.

Razzia in Klitschkos Wohnkomplex

Jetzt hat eine solche Razzia auch in jenem Wohnhaus stattgefunden, in dem Klitschko lebt. Zwar ist dieser zum Zeitpunkt der Aktion nicht vor Ort gewesen und auch habe man nicht seine Wohnung durchsucht, doch der frühere Schwergewichtsboxer lässt dieses Handeln nicht unkommentiert auf sich sitzen.

So wirft er der Regierung vor, dass sie ihn mit der Razzia einschüchtern wollen. Als "psychologischen Druck" seitens den Behörden bezeichnet er es, und sieht die Ursache dieses Handelns in der Angst, dass Klitschko in den nächsten Wahlen als Präsident antreten könnte.

Verdacht auf Steuerhinterziehung

Das Motiv ist laut der Regierung aber ein anderes: Verdacht auf Veruntreuung öffentlicher Gelder sowie Steuerhinterziehung. In der Tat ist die Amtsperiode Klitschkos als Bürgermeister von Korruptionsskandalen geprägt.

Der ehemalige Weltmeister im Boxen hat aber auch viel Positives während seiner Amtszeit und auch für seinen Bruder Wladimir geleistet. So hat er in den sieben Jahren die städtische Infrastruktur enorm verbessern können. Gerade deshalb vermuten die Medien, dass er dem aktuellen Staatschef Wolodymyr Selenskyj Konkurrenz machen könnte.

Wird Klitschko als Präsident kandidieren?

Vitali Klitschko selbst weiß, dass sein Name immer mal wieder in politischen Gesprächen der aktuell regierenden Präsidentschaft fällt. Laut ihm ist diese nämlich alles andere als begeistert von den kommunalen Initiativen des 49-Jährigen.

Ob der Ex-Boxweltmeister tatsächlich 2024 als Staatschef der Ukraine kandidieren wird, ist noch nicht klar. Aktuell versichert Klitschko nur, dass die Verantwortlichen dieser laut ihm illegaler Strafverfolgung zur Verantwortung gezogen werden.