"Korruptes Zensurregime": Donald Trump klagt Twitter und Co. an

Donald Trump ist zwar nicht mehr Präsident der USA, doch das heißt nicht, dass es deshalb ruhig um ihn wird. Wieso Trump jetzt mehrere Megakonzerne verklagt, erfahrt ihr hier.

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Seitdem Ex-Präsident Trump den Sturm auf das US-Kapitol für gut geheißen hat und er die Beteiligten sogar mit seiner Nationalgarde schützen wollte, wollen die großen sozialen Netzwerke ihm keine Möglichkeit mehr zur Verbreitung seiner Meinungen geben.

Protestreaktion

Als Protest gegen die Sperrung verkündet Trump im Mai die Einweihung seines eigenen sozialen Netzwerks, welches in der Tat seinem Favoriten Twitter ähnlich ist. Doch das scheint dem Republikaner wohl nicht gut genug zu sein.

Donald Trump hat jetzt mehrere Klagen gegen Megakonzerne wie Facebook, Instagram und YouTube eingereicht, die kurze Zeit, nachdem Twitter ihn gesperrt hat, nachziehen und seine Konten ebenfalls sperren.

Trump klagt mehrere Firmen an

In den Klagen fordert er die schnellstmögliche Wiederherstellung seiner Konten und unterstellt den Firmenchefs, darunter auch Mark Zuckerberg, die Verletzung der Meinungsfreiheit.

Dass Trump selbst nicht immer nach dem Gesetz handelt, ist nicht ganz unbekannt. Erst kürzlich rutscht ihm heraus, dass er in der Tat mehrere Steuervergehen begangen hat.

Der Ex-Präsident und seine vermeintliche Opferrolle

Ebenfalls werden seine Organisation sowie sein Finanzchef angeklagt. Trotzdem versucht Trump stets, sich in das scheinheilige Licht des vermeintlichen Opfers zu stellen, so wie jetzt auch in der Debatte um die Sperrung seiner Social-Media-Konten.

Mit den separaten Klagen gegen die verschiedenen Firmen möchte Trump nicht nur seinen Fall angehen, sondern lässt mit einer Sammelklage alle teilnehmen, die seit Juni 2018 von denselben Plattformen gesperrt wurden.

Vorwürfe gegenüber der US-Regierung

Trump selbst geht sogar so weit, dass er das Vorgehen der Netzwerke einem amerikanischen "korrupten Zensurregime" ankreidet, welches schon gegen kritische Corona-Äußerungen ausgehend von diversen Wissenschaftlern vorgegangen sind, die Trump ebenfalls unterstützt.

Bei einer Pressekonferenz vor seinem Golfclub in New Jersey gibt sich Trump zuversichtlich, dass er mit seinem Vorhaben Erfolg haben wird. So erklärt er:

Ich bin sicher, dass wir einen historischen Sieg für das Recht auf unsere Meinungsfreiheit erzielen werden.

Dieser Aussage widerspricht jedoch der Rechtsprofessor Paul Gowder, welcher sich mit dem Vorhaben Trumps beschäftigt hat. Die Chancen, dass der Ex-Präsident also bald wieder auf Twitter und Co. seine kontroversen Meinungen äußern kann, stehen schlecht. Blöd gelaufen!