Boris Becker erlebt selbst Rassismus: "Das größte Verbrechen überhaupt"
Boris Becker erlebt selbst Rassismus: "Das größte Verbrechen überhaupt"
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Boris Becker erlebt selbst Rassismus: "Das größte Verbrechen überhaupt"

Von Pia Karim

Boris Becker spricht erstmals öffentlich über rassistische Anfeindungen gegen seine Familie. In der Vergangenheit haben seine dunkelhäutigen Kinder immer wieder fremdenfeindliche Erfahrungen machen müssen. Nun bricht der Tennis-Star endlich sein Schweigen.

Boris Becker hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Doch wie er nun verrät, ist seine Insolvenz und die ihm drohende Haftstrafe nicht das größte Problem, mit dem er fertig werden muss. Stattdessen plagt etwas anderes seine Familie schon seit vielen Jahren!

Rassistische Anfeindungen gegen seine Familie

Nun packt er erstmals öffentlich über rassistische Anfeindungen aus, denen seine Familie tagtäglich ausgeliefert ist. Der Ex-Tennis-Star hatvier Kinder mit drei dunkelhäutigen Frauen und weiß deswegen genau, wie präsent Rassismus noch immer ist.

Bislang hatte der 53-Jährige nur im Privaten gegen die fremdenfeindlichen Vorfälle gehandelt. Ihm habe der Mut gefehlt, sie in der Öffentlichkeit zu adressieren, erklärt er in seinem Podcast "Boris Becker - Der fünfte Satz". Doch damit ist jetzt Schluss.

Anhänger der "Black Lives Matter"-Bewegung

Becker ist schon länger überzeugter Anhänger der "Black Lives Matter"-Bewegung, bezeichnet sie als "das wichtigste Thema 2020 und für den Rest meines Lebens". Als er im Juni ein Video postete, das ihn auf einer Anti-Rassismus-Demonstration zeigt, musste er sich rechtfertigen: "Ich bin davon betroffen, weil meine Familie davon betroffen ist", stellt er klar. Weiter erklärt der ehemalige Tennis-Profi:

Es mussten nun mehrere Menschen vor den Augen der Öffentlichkeit sterben, dass dieses Thema - und ich hasse diesen Ausdruck - 'salonfähig' wurde, was seit Hunderten von Jahren das größte Verbrechen überhaupt ist. Es hört dir keiner zu, es glaubt dir keiner!

Wegen rassistischen Vorfällen vor Gericht

Leider mussten seine älteren Kinder schon persönlich Erfahrungen mit Rassismus machen. Sein Sohn Noah zog Anfang 2018 sogar vor Gericht, nachdem ihn ein AfD-Politiker auf Social Media rassistisch beleidigt hatte. Eben dieser Vorfall ist der Grund, warum der 26-Jährige sich bis heute nicht traut, vor aller Welt über Rassismus zu sprechen. Becker erzählt:

Ich hätte ihn heute gern hier gehabt, aber er hat gesagt: 'Papa, bitte nicht, es quält mich dieses Thema, ich kann meine Meinung nicht sagen, ich will sie nicht sagen, ich will in Ruhe gelassen werden.' Das sagt mein Sohn - in Frieden und Freiheit geboren, er lebt in Berlin. 'Dann kommen wieder die ganzen Hater.'

Die Aussagen des ehemaligen Wimbledon-Helden zeigen, dass Rassismus in unserer Gesellschaft noch immer ein präsentes Problem ist. Becker geht nun damit an die Öffentlichkeit. Dadurch erhofft er sich, auf das Thema aufmerksam zu machen - und seine Kinder vor weiteren Anfeindungen zu bewahren.


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