Verschleppter Burn-out: So gefährlich ist ein Burn-on

Ein Burn-out ist im Arbeitsleben keine Seltenheit mehr. Weniger bekannt, aber nicht minder gefährlich ist ein Burn-on. Wir erklären euch, was es damit auf sich hat.

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Unsere Arbeit definiert den Großteil unseres Alltags. In einer Leistungsgesellschaft heißt es für uns oft höher, schneller, weiter. Das führt bei einem großen Anteil an Arbeitnehmern und Führungskräften zum Burn-out. Bert te Wildt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und der psychologische Psychotherapeut Timo Schiele sprechen in ihrem neuen Buch von einem noch schlimmeren Krankheitsbild: dem Burn-on.

Am Leben vorbeiarbeiten

Während der Burn-out letztlich zum Zusammenbruch führt, beschreiben die beiden Ärzte den Burn-on in Burn-on: Immer kurz vorm Burn-out als Zustand des permanenten Verschleppens der Erschöpfung. Schiele erklärt der Bild, dass Betroffene eine permanente Arbeitsleistung am Limit kultivieren, um ihre ,Funktionsfähigkeit’ nicht zu riskieren. Mit fatalen Folgen:

Unbehandelte Betroffene merken irgendwann, manchmal sogar erst im Rentenalter, dass sie am Leben vorbeigelebt – oder besser gesagt: vorbeigearbeitet – haben. Und das in einem Zustand der Dauererschöpfung inklusive Depression und der körperlichen Begleiterscheinungen.

Das ist der Unterschied zum Burn-out

Der Unterschied zum Burn-out liegt vor allem darin, dass Burn-on-Betroffene immer weiter machen und funktionieren. Zudem versuchen sie "ihre Belastungsgrenze immer weiter nach oben zu verschieben – aus Angst vor dem persönlichen Crash". Das mache es auch so schwer, die Krankheit zu erkennen und etwas zu verändert, sagt Schiele weiter.

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Wie auch bei einem Burn-out sollten sich Burn-on-Betroffene professionelle Hilfe suchen Tara Winstead@Pexels

Es sei es sehr verbreitet, viel zu arbeiten, erklärt Bert te Wildt gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Die Angst zu "versagen" komme vor allem vom Druck des Kapitalismus.

Unsere Gesellschaft definiert sich sehr stark übers Arbeiten. Werte sind sehr stark an materiellen Dingen, an Geldwerten orientiert. Und das legt sich auch in unsere Arbeitshaltung.

Betroffene brauchen professionelle Hilfe

Dieser Daueranspannungszustand kann sich auf die Muskulatur und die Gefäße auswirken, zu Bluthochdruck und im schlimmsten Fall zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen, führt te Wildt weiter aus.

Beide Ärzte empfehlen daher ehrlich zu hinterfragen, ob die Arbeit wirklich einen solchen Stellenwert einnehmen muss und sich gegebenenfalls professionelle Hilfe zu suchen, um ein Burn-on zu behandeln. Wie ihr einem Burn-on vorbeugen könnt, sehr ihr im Video.

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