Billig-Kebab: So schummelt die Dönerindustrie beim Fleisch, das den Namen nicht verdient

In der Mittagspause muss es manchmal schnell gehen, da kommt ein Döner Kebab gerade recht gelegen. Eine Doku-Reihe zeigt jetzt allerdings: Zwischen den beiden Brothälften steckt nicht nur Gemüse, sondern auch Fleisch, das seinen Namen eigentlich nicht verdient hat.

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Die einen greifen lieber zum Hamburger, die anderen lieber zum Döner. Lecker ist beides und die wenigsten müssen dafür wirklich tief in die Hosentasche greifen. Das hat einen guten Grund und der ist nicht unbedingt appetitlich.

Nicht jeder Döner ist wirklich ein Döner

Es gibt strenge Regeln, die genau eingrenzen, wann ein Kebab seinen Namen verdient und wann dies aufgrund seiner Zusammensetzung nicht der Fall ist. Insbesondere das Fleisch spiel eine zentrale Rolle.

In einen richtigen Döner gehören nicht nur knuspriges Fladenbrot und frisches Gemüse, sondern auch in hauchdünn geschnittene Scheiben Fleisch, welches traditionell aus Rind, Lamm oder Kalb besteht. Da Fleisch teuer ist, ersetzen viele Produzenten Teile des Dönerspießes, welcher sowieso bereits fragwürdige Zusatzstoffe enthält, mit sogenanntem Brät. Das Gemisch aus Wasser, Gewürzen, Fett und Hack ist zwar in seiner Nutzung erlaubt, besteht die große Fleischrolle allerdings aus mehr als 60 % aus Brät, dürften die Abnehmer ihre Kebabs so nicht mehr nennen.

Die Trickserei nimmt Überhand

Die Realität sieht allerdings anders aus: Da die Spieße durchaus verkauft werden dürfen, liegt es an den Imbissbuden, den Kund:innen reinen Wein einzuschränken. Dass das nicht unbedingt passiert, zeigt ein Testkauf des Lebensmittelexperten Sebastian Lege in Düsseldorf.

In ingesamt zehn Dönerläden kauft dieser sich für die ZDF-Doku Die Tricks der Lebensmittelindustrie einen Kebab und muss ernüchtert feststellen: Sechs von ihnen hätten aufgrund der schlechten Fleischqualität nicht offiziell als Döner über die Ladentheke gehen dürfen.

Was bleibt nun den Kund:innen übrig, die gerne auf kreativ hergestelltes Fleisch verzichten würden? Die Antwort ist recht simpel, beruht aber auch auf blindes Vertrauen: Fragt im Laden einfach nach, welches Fleisch verwendet wird und wie dieses sich genau zusammensetzt.