Überfahren und jetzt präpariert: "Mainzer Wolf" soll im Museum landen
Überfahren und jetzt präpariert: "Mainzer Wolf" soll im Museum landen
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Überfahren und jetzt präpariert: "Mainzer Wolf" soll im Museum landen

Am Autobahnkreuz Mainz ereignet sich ein Wildunfall - ein junger Wolf wird auf seiner Suche nach einem neuen Revier überfahren. Nun soll das Tier präpariert werden und im Museum landen.

Auf der Suche nach einem neuen Revier gerät ein junger Wolf Mitte Januar auf der Autobahn bei Mainz unter die Räder. Jetzt hat die Stadt Mainz einen ungewöhnlichen Beschluss gefasst: Das tote Tier soll bis Ende 2020 im Naturhistorischen Museum Mainz präpariert und dann ausgestellt werden.

"Mainzer Wolf" soll ausgestellt werden

Museumsdirektor Bernd Herkner ist der Meinung: "Das ist unser Mainzer Wolf." Weiter erklärt er, habe das Tier eine besondere Geschichte, die das Museum authentisch vermitteln könne. Wenn es nach dem Museumsdirektor geht, so würde er sich das Tier in einer freundlichen Körperhaltung wünschen - auch, um das Image des bösen Raubtiers zu revidieren.

Doch Herkner ist sich darüber im Klaren, dass seine Wünsche nur bedingt Einfluss auf die Arbeit der Präparatoren haben: "Präparatoren sind Handwerker und Künstler, sie müssen ihren eigenen Weg entwickeln."

Über die Geschichte dieses Wolfes will der Museumsdirektor hingegen genau Bescheid wissen: "Der Mainzer Wolf musste aus dem Familienverband raus und sich ein Gebiet suchen, in dem er eine neue Familie gründen könnte. Das Rhein-Main-Gebiet wurde für ihn zur Sackgasse."

Weitere Funde toter Wölfe

Des Weiteren hält es der Biologe für möglich, dass sich in der Zukunft immer mal wieder Wölfe in das Rhein-Main-Gebiet verirren könnten. In Hessen wurden in der Nähe des Wiesbadener Ostbahnhofs und in Frankfurt-Sachsenhausen in diesem Jahr bereits zwei Wölfe tot aufgefunden: "Ich hoffe, dass sie lernfähig sind und dann solche viel befahrenen Straßen meiden," so Herkner weiter.

Ein anderer Wolf ist bereits in einer Vitrine des Naturhistorischen Museums vorhanden: Er wurde 2012 von einem Jäger im Westerwald illegal erschossen. Dabei handelt es sich um den ersten Wolf, der nach mehr als 100 Jahren wieder in Rheinland-Pfalz gesichtet wurde. Mit dem jetzigen "Mainzer Wolf" steigt die Zahl der bestätigten Nachweise in diesem Bundesland auf 27 - doch nicht nur der Wolf kehrt in die heimischen Wälder zurück, auch ein Braunbär wurde unlängst gesichtet!

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In dem Video weiter oben verraten wir dir für den Fall der Fälle, wie du dich verhalten musst, wenn du in freier Wildbahn auf einen Wolf triffst!

Von Sarah Kirsch
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