Hongkong: Dank der Ausgangssperre paaren sich Riesenpandas zum ersten Mal
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Hongkong: Dank der Ausgangssperre paaren sich Riesenpandas zum ersten Mal

Von Martin Gerst

Wegen der Ausgangssperre ist der Zoo in Hongkong schon seit geraumer Zeit verlassen, jetzt wird man dort Zeuge eines erstaunlichen Ereignisses: Durch das Ausbleiben der Besucher werden die zwei Riesenpandas nach langer Zeit erstmals wieder intim.

Es war höchste Zeit! Nach zehn gemeinsamen Jahren im Ocean Park von Hongkong paaren sich die beiden Riesenpandas Ying Ying und Le Le Anfang April zum ersten Mal wieder. Vielleicht brauchten die beiden einfach nur ein bisschen Privatsphäre? Seit Ende Januar herrscht in der Stadt Ausgangssperre und seither haben die Zoobewohner Ruhe vor den unzähligen Besuchermassen, die sich normalerweise neugierig um ihre Gehege scharren.

Pandas haben nur ein sehr schwaches Verlangen zur Paarung  VCG@Getty Images

Ein sehr kleines Zeitfenster

Es handelt sich um ein sehr außergewöhnliches Ereignis, da diese Tiere für ihre äußerst schwache Libido bekannt sind. In der Natur, wie auch in Gefangenschaft, zeigen sie nur sehr selten das Verlangen, sich zu paaren. Ein mangelndes Interesse, welches das Überleben ihrer Art gefährdet, denn die Weibchen sind nur 24 bis 72 Stunden pro Jahr fruchtbar. Wenn das Männchen diese Chance verpasst, muss es also ein ganzes Jahr auf die erneute Möglichkeit warten, sich fortzupflanzen.

Seit ihrer Ankunft in Hongkong 2007 haben die Parkmitarbeiter mehrmals versucht, eine natürliche Paarung anzuregen, doch Ying Ying und Le Le zeigten bisher wenig Interesse daran, diese durchzuführen. Die Zoomitarbeiter haben sogar versucht, ihnen Videos von anderen Riesenpandas in voller Aktion zu zeigen, um ihnen einen Anreiz zu bieten. Doch ohne Erfolg ... bis jetzt.

Hoffnung für diese bedrohte Art

Auch wenn sie sich viel Zeit dafür gelassen haben, am Ende scheint es dann doch zwischen den beiden Pandas gefunkt zu haben und sie vollziehen die Paarung nach allen Regeln der Kunst: Ying Ying spielt wieder mehr im Wasser, während Le Le seine Duftmarken im Gehege versprüht und nach dem Duft seiner Gefährtin sucht.

Das alles unter den wachsamen Blicken der Tierpfleger, denen die Veränderung der Verhaltensweisen natürlich nicht entgangen sind. Michael Boss, der Sprecher des Zoos, erklärt:

Die erfolgreiche natürliche Paarung ist äußerst aufregend für uns, da die Chancen einer Schwangerschaft durch eine natürliche Paarung deutlich höher sind als bei einer künstlichen Befruchtung.

Nun heißt es allerdings geduldig sein und abwarten, ob die Paarung Früchte getragen hat. Die Tragzeit von Riesenpandas dauert laut dem Hongkonger Zoo zwischen 72 und 324 Tagen. Und Ultraschallbilder können erst 14 bis 17 Tage vor der Geburt mit Sicherheit die Existenz eines Bärenbabys nachweisen. Nichtsdestotrotz macht dieses Ereignis Hoffnung für die in besonderem Maße bedrohte Tierart.


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