Erschreckende Technik: Das ist der ungewöhnlichste Hai der Welt

Der Koboldhai lebt in den Tiefen der Ozeane und wartet mit einigen erstaunlichen Eigenschaften auf. Wir verraten euch alles, was ihr wissen müsst.

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Unter den Hunderten von Haiarten, die es auf der ganzen Welt zu finden gibt, ist der Koboldhai ohne Zweifel einer der ungewöhnlichsten.

Der Koboldhai – dessen wissenschaftlicher Name Mitsukurina owstoni lautet – ist in allen drei großen Ozeanen (Atlantik, Pazifik und Indischer Ozean) anzutreffen und ein eher ungewöhnlicher Zeitgenosse. Unter seiner langen, flachen sowie spitzen Schnauze und den kleinen, grauen Augen befindet sich ein Kiefer voller scharfer Zähne, den er zum Schnappen seiner Beute vorstülpen kann.

Eine Inspiration für den Film Alien

Das Erscheinungsbild dieses Hais ist so außergewöhnlich, dass es sogar dem berühmten 2007 erschienenen Blockbuster Alien: Covenant als Inspiration dient. In einem Interview mit dem Magazin Empire erklärt John Logan, einer der Drehbuchautoren, dass eine der außerirdischen Kreaturen des Films den Kiefer des Koboldhais bekommen hat.

Doch kommen wir zurück zu dem Hai selbst. Seltenen Beobachtungen zufolge (sein natürlicher Lebensraum ist die offene See in 100 bis 1.300 Metern Tiefe) kann ein ausgewachsener Koboldhai bis zu 4 Meter lang werden und ein Gewicht von etwa 200 kg erreichen.

Er hat kleine nadelartige Zähne, mit denen er seine Beute perfekt schnappen kann, indem er seinen Kiefer vorschnellen lässt, wie ihr in dem unten stehenden Video sehen könnt.

Eine ziemlich effiziente "Kieferattacke"

Diese ersten Aufnahmen der unglaublichen „Kieferattacke“ des Koboldhais führten zu einer Studie, die 2016 in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde. Anhand der Analysen des Beutezugs schließen die Forschenden, dass der Hai seinen Kiefer mit einer Geschwindigkeit von 3 Metern pro Sekunde vorschnellen lassen und seine Körperlänge so um 9,4 Prozent verlängern kann.

Die Forschenden gehen davon aus, dass diese Jagdmethode evolutionär aus seinen Lebensbedingungen in der Tiefsee entstanden ist, wo die Beute nur sehr spärlich ist. Diese Jagdmethode ermöglicht es dem Koboldhai, sowohl kleine Krustentiere als auch größere Fische zu fangen. Eine nützliche Eigenschaft, bedenkt man, dass der Hai selbst recht langsam ist.

Doch so gerne die Forschenden mehr über diesen Hai erfahren würden, der für Menschen als ungefährlich gilt: Er wird nur äußerst selten gesichtet. Und so bleiben bis heute zahlreiche Fragen zu seiner Lebensweise nach wie vor ungeklärt. In Ermangelung von ausreichend Daten hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) den Koboldhai als nicht gefährdet eingestuft.