Das Parfum der Liebe: Fledermäuse nutzen besondere "Geheimwaffe" um Weibchen zu verführen
Das Parfum der Liebe: Fledermäuse nutzen besondere "Geheimwaffe" um Weibchen zu verführen
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Das Parfum der Liebe: Fledermäuse nutzen besondere "Geheimwaffe" um Weibchen zu verführen

Von Lisa Fehrs

Fledermäuse sind nachtaktive Säugetiere mit eingeschränkten Sehfähigkeiten. Nach einer neuen Studie haben die Männchen einen speziellen Kniff parat, um unter diesen besonderen Bedingungen Weibchen zu verführen.

Wie kommt man als nachtaktives Säugetier mit eingeschränkten Sehfähigkeiten zu einer Partnerin? Da die weiblichen Fledermäuse auch nicht besser sehen als die Männchen, ist jede Form der optischen Zurschaustellung schonmal vergebens. Zudem unterscheiden sich die beiden Geschlechter nur hinsichtlich kaum wahrnehmbarer Details.

Doch wie Mariana Muñoz-Romo, Wissenschaftlerin am amerikanischen Smithsonian Tropical Research Institute (STRI), in ihrer Untersuchung herausgefunden hat, ist das Sexualleben der Fledermäuse sehr viel reicher als wir es uns vorstellen und vor allem auch wahrnehmen können. Denn der Großteil des Informationsaustausches erfolgt bei den Flattertieren über Düfte und Gerüche.

Liebe geht durch die Nase

Wie Muñoz-Romo dank ihrer Feldstudien in Mittelamerika herausgefunden hat, besitzen die Männchen die Fähigkeit, ihr eigenes Parfum zu erzeugen. Mit diesem können sie dann die Weibchen für sich gewinnen. Doch wie wird dieses produziert? Bei bestimmten Fledermausarten bilden sich bei den Männchen während der Brunftzeit Drüsen aus, deren Ausscheidungen oft allein schon als Parfum ausreichen. Diese Drüsen können an verschiedenen Stellen des Körpers sitzen.

Bei anderen Fledermausarten geht es dann schon alchimistischer zu. Hier vermischen die Männchen Speichel, Urin und Exkremente, um die betörende Mischung zu brauen, mit der sie sich dann beschmieren.

Haben alle Fledermausarten denselben Trick?

Mariana Muñoz-Romo hat mit ihrer Forschergruppe bislang 121 Arten von Fledermäusen aus 15 verschiedenen Familien dieser Tiere untersucht, was etwa 10 % aller bis dato bekannten Arten entspricht. Angesichts der allein bis jetzt schon beobachteten Unterschiede, können wir bei den künftigen Analysen mit noch so mancher Überraschung rechnen.

Ungeachtet der noch ausstehenden Untersuchungen, ist die Forschungsleistung von Mariana Muñoz-Romo und ihren Kollegen bereits jetzt schon beachtlich. Dank ihrer Forschung wissen wir jetzt, wie Fledermäuse unter ihren schwierigen Lebensbedingungen zu geeigneten Partnern kommen. Die Kreativität der Natur gibt uns einfach immer wieder Grund zum Staunen!


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