Deutscher verliert 195.000 Euro durch Rip-Deal

Ein Mann möchte in Paris ein Restaurant kaufen und wird sein Geld wahrscheinlich nicht wiedersehen, da die Betrüger auf freien Fuß gesetzt worden sind.

Deutscher verliert 195.000 Euro durch Rip-Deal
Weiterlesen
Weiterlesen

Der Mann ist wohl Opfer seiner Naivität und seiner mangelnden Vorsicht geworden. Die französische Zeitung Le Parisien berichtet über den Fall am 17. Februar 2021. Die Geschichte hat sich in Wahrheit aber schon im Januar 2019 zugetragen, und zwar in einem Luxushotel in Roissy, dem Hyatt Regency.

Ein Restaurant gegen Bares

Der Deutsche kommt nach Frankreich, um ein Restaurant zu kaufen, fällt aber einem Betrug zum Opfer, einem sogenannten Rip-Deal. Diese Art von Betrug findet auf Grundlage eines Vertrauensmissbrauchs statt.

Im klassischen Fall erschleicht sich der Käufer oder Verkäufer das Vertrauen seines Opfers, signalisiert ihm sein Interesse und schlägt ihm vor, einen Teil der Summe in bar zu bezahlen, um der Besteuerung zu entgehen.

Der Betrüger möchte im nächsten Schritt dann einen Geldtausch gegen Euro vornehmen (oft wird zuvor das Geld in fremden Währungen, wie Schweizer Franken, verlangt). Bei diesem Tausch wird dann dem Opfer Falschgeld untergeschoben. Diese Transaktion findet zudem meistens in einem Luxushotel statt.

So scheint es auch diesem Deutschen ergangen zu sein, denn man verspricht ihm, sein Restaurant sehen zu können, das er in der Folge sehr schnell haben möchte.

Er bringt so seinerseits das Geld in bar zusammen (195.000 Euro in kleinen Scheinen und möglichst in einer Fremdwährung). Schnell gibt man ihm dann aber zu verstehen, dass es der Diskretion halber besser ist, zum Abschluss des Kaufgeschäfts doch über große Scheine zu verfügen.

Der Deal kostet dem Mann 195.000 Euro. forged money@Unsplash

Falsche 500 Euro Scheine

In diesem Fall scheinen sich die Betrüger vielmehr als Mittelsmänner auszugeben, die so tun, als ob sie die großen Scheine transportieren, um den Tausch vollziehen zu können.

Bei dem Tausch versucht das Opfer dann, auf die Sicherheit der Übergabe zu achten und verlangt, dass man ihm ein Geldbündel und dann noch ein zweites zeigt. Jedes Mal handelt es sich dabei um echte 500 Euro Scheine.

Der Mann misstraut dann der Übergabe nicht mehr und bemerkt erst kurz danach, dass irgendetwas nicht stimmt. In diesem Moment fällt ihm auf, dass sich in seiner Tasche hauptsächlich falsche 500 Euro Banknoten befinden.

Diese tragen zudem noch den Stempel "Specimen holden poker". Der Mann will die Verfolgung aufnehmen, doch von den Betrügern fehlt kurz danach sofort jede Spur.

Aus Mangel an Beweisen

Über diese Angelegenheit ist am 16. Februar 2021 vor dem Landgericht Pontoise (Val-d'Oise) bei Paris geurteilt worden. Bis über beide Ohren in Schulden steckend und in "einer schwierigen Situation", hat der Deutsche angegeben, getäuscht worden zu sein.

Unmittelbar hat er das nicht bemerkt, insbesondere aufgrund der Atmosphäre des Luxushotels. Die Magistratin weist ihn darauf hin, dass derartige Transaktionen immer gerade in dieser Art von Hotel über die Bühne gehen.

Vor Gericht haben die beiden Beschuldigten dann die Tatsachen geleugnet, woraufhin sie wieder auf freiem Fuß gesetzt worden sind, wie Le Parisien berichtet. Und das aufgrund eines Mangels an Beweisen, obwohl die Polizisten bei ihren Durchsuchungen Poker-Geldscheine gefunden haben.

Die beiden Männer, in der Tat Vater und Sohn, sind zudem bereits schon vorher, im letzten Mai, in zwei ähnlichen Fällen verdächtigt worden: Im Zusammenhang mit einem anderen Deutschen und dessen Wunsch, in Nizza eine Wohnung zu kaufen und dann noch in Anglet, wo der Sohn eines weiteren Rip-Deals verdächtigt worden ist.

Damals hat eine Restaurantbesitzerin rechtzeitig die Polizei verständigt. Aber auch in diesen beiden Fällen sind die Männer wieder frei gekommen. Das Opfer von Roissy hat mittlerweile jede Hoffnung aufgegeben. Ohne neue Ermittlungen wird der Mann sein Geld nie mehr wieder sehen.