Olympische Spiele: Kniefall als Protest gegen Rassismus soll nicht gestatten werden
Olympische Spiele: Kniefall als Protest gegen Rassismus soll nicht gestatten werden
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Olympische Spiele: Kniefall als Protest gegen Rassismus soll nicht gestatten werden

Bei den Olympischen Spielen in Tokio im kommenden Jahr soll es verboten sein, als Protest ein Knie auf dem Boden abzusetzen.

Bei einem Vorbereitungsspiel für die NFL-Saison im Jahr 2016 sorgte Colin Kaepernick mit einer Geste weltweit für Aufsehen. Als die amerikanische Nationalhymne gesungen wurde, weigerte sich der Spieler, aufzustehen und platzierte stattdessen als Zeichen gegen den Rassismus in den USA ein Knie auf dem Boden.

Geste wird weltweit zum Symbol

Eine Geste, die ihm viel Kritik einbrachte. Insbesondere von der Liga, den Fans, aber auch zahlreichen Persönlichkeiten, darunter der 45. Präsident der USA, Donald Trump. Trotz der heftigen Kritik wurde diese Geste seitdem von zahlreichen Sportlern auf der ganzen Welt ausgeführt.

Ein Zeichen des Protests, das vor allem nach dem Tod von George Floyd immer häufiger verwendet wird. Dieser wurde am 25. Mai 2020 bei seiner Festnahme durch das Knie eines Polizeibeamten erstickt. Ein barbarischer Akt, der daran erinnert, dass der Kampf gegen den Rassismus noch lange nicht gewonnen ist.

"Würdige" Proteste im Sinne des IOC-Präsidenten

Dennoch soll diese Geste bei den Olympischen Spielen in Tokio nächstes Jahr verboten sein, da es sich um eine politische Geste handelt, welche den Idealen der Olympischen Charta widersprechen. IOC-Präsident Thomas Bach ruft die Athleten dazu auf, auf "würdige" Weise zu demonstrieren:

Die IOC-Exekutive unterstützt die Bemühungen der Athleten, herauszufinden, wie olympische Sportler ihre Unterstützung unter Berücksichtigung der Prinzipien der Olympischen Charta auf würdige Weise zum Ausdruck bringen können.

Hitzige Diskussion

Bleibt abzuwarten, wie die Athleten auf diesen Vorschlag reagieren. Sarah Hirshland, die Vorsitzende des Olympischen und Paralympischen Komitees der USA (USOPC), erklärte daraufhin:

Heute gründe ich eine von Athleten geleitete Gruppe, um die Regeln und Systeme unserer eigenen Organisation in Frage zu stellen, einschließlich Ihres Rechts auf Protest.

"Der Schmerz", den die schwarze Gemeinschaft erfahren habe, sei "inakzeptabel", so Hirshland weiter. Trotzdem will das IOC an der politischen Neutralität für Athleten festhalten, die in der Charta der Spiele in Regel 50 festgehalten ist und die besagt, dass jegliche "politische, religiöse oder rassistische Propaganda" bei den Spielen verboten ist.

Von Martin Gerst

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