Manche Menschen kommen aus einem bestimmten Grund mit weniger Schlaf aus

Manche Menschen kommen aus einem bestimmten Grund mit weniger Schlaf aus

Wenn es um Schlaf geht, sind wir nicht alle gleich. Während ein durchschnittlicher Erwachsener so um die sieben Stunden Schlaf pro Nacht braucht, um morgens ausgeruht zu sein, gibt es Menschen, die mit nur vier Stunden Schlaf pro Nacht auskommen. Wie ist das möglich?

Um sich von einem harten Arbeitstag wieder zu erholen, brauchen die meisten Menschen mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht. Die durchschnittliche Schlafdauer eines Erwachsenen beträgt zwischen sechs und neuneinhalb Stunden.

Schlaf ist unentbehrlich für das Gehirn und ein unterbrochener Schlaf sagt vieles über deinen Körper. Manche Personen scheinen sich jedoch mit vier bis sechs Stunden Schlaf begnügen zu können ohne gesundheitliche Einbußen wie Herz-Kreislauf-Probleme und Stimmungsschwankungen zu erleiden, wie sonst gern Menschen mit Schlafmangel und Schlafentzug.

Für Diabetiker jedoch, kann zu wenig Schlaf lebensgefährlich werden. Wie kommt das und wie ist das möglich, dass manchen vier Stunden Schlaf genügen? Wissenschaftler haben sich mit der Frage beschäftigt und eine interessante Entdeckung gemacht.

Westend61 / Getty ImagesManche Menschen kommen mit weniger Schlaf aus ohne Mangelerscheinungen zu haben

Genmutationen tragen dazu bei

Ying-Hui Fu, Professorin für Neurologie an der University of California in San Franzisco, beschäftigt sich bereits seit 2009 mit dem Verhalten und dem Wohlergehen von Kurzschläfern.

Mit ihrem Team hat sie den Zusammenhang zwischen dieser Fähigkeit und zwei Kurzschläfer-Genen, einer seltenen Variante des Gens ADRB1 und einer ebenfalls seltenen Mutation des Gens DEC2, entdeckt und nachgewiesen. Am 16. Oktober dieses Jahres ist nun in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine noch von einem dritten Gen die Rede.

Tatsächlich ist das kalifornische Forscher-Team nach einer DNA-Analyse zweier Kurzschläfer, einem Vater und seinem Sohn, einem Rezeptor namens NPSR1 auf die Spur gekommen. Dies ist ein Gen, das nicht nur unseren Wach-Schlaft-Zustand beeinflusst, sondern auch unser angstbasiertes Verhalten, unser Gedächtnis und unser Immunsystem beeinflusst.

Komplexe Prozesse

Um ihre Theorie zu untermauern haben die Wissenschaftler eine Reihe von Experimenten an gentechnisch veränderten Mäusen mit der Genmutation des Rezeptors NPSR1 durchgeführt. Tatsächlich haben die veränderten Mäuse weniger geschlafen und waren aktiver als die unbehandelte Vergleichsgruppe. Und das ohne Gedächtnisdefizite oder sonstige gesundheitlichen Einbußen. Auf der Webseite von Inverse erklärt Ying-Hu Fu:

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Wir wissen, dass Schlaf eine bedeutende Rolle sowohl fürs Lernen als auch fürs Gedächtnis spielt, doch die einzelnen Zusammenhänge und ihre Funktionsweisen sind uns im Einzelnen noch nicht klar.

Bis jetzt haben die Wissenschaftler nur einen kleinen Teil dieser komplexen Prozesse entdeckt, nämlich den der Schlaf-Regulierung, an welcher zahlreiche Gene, Proteine und Phänomene beteiligt sind, um die Rolle des Sandmanns für unseren Organismus zu spielen.

Die bisherigen Forschungsergebnisse müssen noch vertieft und erweitert werden, um dem Geheimnis der Kurzschläfer auf die Spur zu kommen. Vom Verständnis dieser komplexen Prozesse versprechen sich die Wissenschaftler Lösungen, die uns allen zugutekommen und mit weniger Schlaf auskommen lassen.

Maximilian Vogel
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