Impfauffrischungen ab Herbst: Was Virologe Christian Drosten davon hält

Die Drittimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von BioNtech/Pfizer oder Moderna wird zurzeit diskutiert, da die Auffrischungen bereits ab Herbst starten sollen. Chefvirologe Christian Drosten gibt erste Einschätzungen.

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Die Impfauffrischung der Corona-Vakzine BioNtech/Pfizer und Moderna stehen in den Startlöchern. In Bayern sind diese bereits für besonders gefährdete Risikogruppen und Menschen über 80 Jahren möglich.

Drittimpfung wahrscheinlich für den Großteil noch nicht notwendig

Doch wie notwendig benötigen wir wirklich eine Drittimpfung? Der Berliner Charité-Chefvirologe Christian Drosten gibt gegenüber der Deutschen Presseagentur eine erste Einschätzung, wie die Zeit berichtet:

Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen.

Die Wirkung der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe ist unumstritten, so würde auch eine Zweifach-Impfung ausreichend Schutz bieten. Doch bei der älteren Bevölkerung, die zu der Risikogruppe gehört, würden Antikörper nach einer bestimmten Zeit weniger werden, so Drosten:

Nach einem halben Jahr geht das über die Impfung erworbene Antikörper-Level vor allem bei sehr alten Menschen deutlich runter.
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Die Auffrischungsimpfungen sollen ab Herbst starten. torstensimon@Pixaby

Impfauffrischung für den ältesten Teil unserer Bevölkerung

Aus diesem Grund geht der Chefvirologe davon aus, dass eine Auffrischungsimpfung für den ältesten Teil unserer Bevölkerung sinnvoll ist, für alle Altersgruppen erst noch nicht notwendig.

Laut Beschluss von Gesundheitsminister von Bund und Land ist die Drittimpfung ab Herbst geplant. Wie die Zeit in einem anderen Artikel berichtet, sollen auch Menschen, die eine vollständige Impfung mit Vektorimpfstoffen erhalten haben, ebenso eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff von BioNtech/Pfizer oder Moderna bekommen können.

Laut Virologen Christian Drosten ist es aber zudem wichtig, "die Impflücken bei den über 60-Jährigen zu schließen". Zurzeit ist die sogenannte "Booster"-Impfung noch relativ umstritten.

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