Historische Rakete im Deutschen Museum: Forscher untersuchen Vergeltungswaffe "V2"

Während des Zweiten Weltkriegs hat der Einsatz der Terror-Rakete "V2" durch die Nazis für zahlreiche Verluste gesorgt. Expert:innen wollen die Waffe nun näher untersuchen und sie in diesem Zuge auf auf eine Restaurierung vorbereiten.

Rakete, Waffe, Vergeltungswaffe, Hitler, NS
© Schenectady Museum Association@Getty Images
Rakete, Waffe, Vergeltungswaffe, Hitler, NS

Der Zweite Weltkrieg ist bis heute ein historisches Mahnmal. Zahlreiche Menschen sind dabei zu Tode gekommen - unter anderem auch durch die sogenannte Terror-Rakete der Nazis, die Vergeltungswaffe "V2". Als erste ballistische Rakete der Militärgeschichte sollte sie als Gegenschlag auf den alliierten Bombenkrieg 1943 fungieren. Davon berichtet unter anderem der Stern.

Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit erreichte die "V2", die von mobilen Abschussrampen gestartet wurde, ihre Ziel und forderte zahlreiche Todesopfer - bei Angriffen auf London und Antwerpen sind etwa 8.000 Menschen zu Tode gekommen, 20.000 Opfer soll es jedoch allein bei der Produktion der Waffe im KZ-Komplex Mittelbau-Dora gegeben haben.

Forscher nehmen Rakete unter die Lupe

Seit 1963 steht das letzte in Deutschland ausgestellte Exemplar dieser Rakete nun im Deutschen Museum in München. Wie die BILD-Zeitung sowie das Magazin t-online berichten, wagen sich Expert:innen derzeit an eine eingehendere Untersuchung des historischen Exponats, um die letzten Geheimnisse von Hitlers grausamer Verteidigungswaffe zu enthüllen.

Mithilfe von Thermostrahlung soll die Rakete nun genauer unter die Lupe genommen werden, um etwa auch herauszufinden, was sich unter der weißen Lackierung der 14 Meter langen Waffe verbirgt. Könnte sich darunter eventuell ein Tarnanstrich verbergen, der später nach dem Ende des Krieges in den USA übermalt wurde? Die grüne Farbe, die man unter dem weißen Anstrich sehen kann, könnte zumindest darauf hindeuten.

Restaurierung ist dringend nötig

Wie es weiter heißt, soll auch ein Team der TU München bei den Untersuchungen behilflich sein, um Details zu ermitteln, die entscheidend für eine angestrebte nachfolgende Restaurierung der Waffe sein könnten. So ist es etwa wichtig zu wissen, ob das Exponat erst später aus Einzelteilen zusammengefügt wurde, oder ob alle Teile bereits bei der Produktion kombiniert wurden.

Eine Restauration der "V2" sei vor allem deshalb nötig, weil die Waffe während der Sanierung des Deutschen Museums zwischen 2015 und 2022 nicht aus dem Gebäude entfernt worden ist und praktisch sieben Jahre lang auf einer Baustelle stand. Ein Wassereinbruch hat den Zustand der Waffe während dieser Zeit ebenfalls gefährdet. Nach dem Abschluss der Untersuchungen soll daher umgehend mit der Restaurierung begonnen werden.

Die "V2" ist jedoch nicht das einzige Relikt aus der NS-Zeit, welches Forscher:innen immer noch in Atem hält: Erst vor kurzem wurde ein Gerät zur Verschlüsselung von Botschaften in der Ostsee gefunden. Ebenso beschäftigt die Suche nach einem geheimnisvollen Diamantenschatz derzeit zahlreiche Schatzsucher:innen und in Hagen ist durch ein Hochwasser ein ehemaliges Nazi-Versteck aufgetaucht.

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Verwendete Quellen:

BILD: "Forscher durchleuchten letzte Rakete: Die letzten Geheimnisse von Hitlers Terror-Waffe V2"

t-online: "14-Meter-Rakete im Deutschen Museum: Was ist unter dem weißen Anstrich der Terror-Waffe?"

Stern: "Zweiter Weltkrieg 10 Bilder Fotostrecke V2 - Hitlers unheimliche Vergeltungswaffe"

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