Hamburger Sänger übertrumpfte Udo Lindenberg: Heute ist es still um ihn
Carsten Pape traf in den 80ern mit „Ich liebe dich“ einen Nerv, wurde zum Star. Doch ist es um den Hamburger Musiker inzwischen wirklich so still geworden?
Wer in den späten 80ern Radio hörte oder die "ZDF-Hitparade" einschaltete, kam an Carsten Pape nicht vorbei. Mit seiner Band Clowns und Helden landete er 1986 den Mega-Hit „Ich liebe dich“. Kein Wunder: Der Song lief monatelang rauf und runter, „Ausgerechnet mir muss das passiern/Wir haben '86 und ich altes Trottelgesicht hab mich verliebt ...“ singen viele heute noch leise mit.
Pape wurde in Hamburg geboren, und auch wenn sein genaues Geburtsdatum nicht ganz klar ist, weiß man: 2026 feiert er seinen 70. Geburtstag. Was viele vergessen: Mit „Ich liebe dich“ übertrumpfte er damals sogar Musiklegenden wie Udo Lindenberg. Sein Songstart erfolgte am 17. Dezember 1986, als der Titel erstmals in der "ZDF-Hitparade" vorgestellt wurde. Bereits im Januar 1987 stieg der Hit auf Platz 23 der deutschen Charts ein, kletterte bis auf die 4 und blieb ganze 20 Wochen in der Hitliste. Gleich dreimal siegte Pape mit seiner Band in der "ZDF-Hitparade" – darunter am 22. April 1987, als sie sogar Udo Lindenberg auf die Plätze verwiesen.
Ein Hit, viele Facetten – und das Schicksal eines „One-Hit-Wonders“
„Ich liebe dich“ bescherte Pape nicht nur Ruhm, sondern sicherte ihm eine goldene Eintrittskarte ins Musikgeschäft. Später adelte ihn das Magazin Rolling Stone 2022 mit dem Prädikat „eines der besten One-Hit-Wonder der 80er Jahre“. Doch nach dem Megaerfolg trennten sich 1989 die Clowns und Helden. Es folgten neue Projekte: Mit Kristian Vogelberg gründete Pape das Duo Vopá. Ihr Song „Komm, wir reden über Sex“ blieb acht Wochen lang in den Charts, doch 1994 war auch dieses Kapitel zu Ende.
Scheitern war aber für Pape nie ein Aus. Mit der Formation Roh veröffentlichte er „Heut’ ist mein Tag“, bis Blümchen den Titel 1999 als Technohymne ins neue Jahrtausend katapultierte. Skrupellos wandte sich Pape neuen Aufgaben zu: Songwriting für große Namen wie Nena, Dieter Thomas Kuhn oder Peter Maffay. Um beim Grand Prix (heute Eurovision Song Contest) 2000 die Bühne zu rocken, komponierte er mit Lotto King Karl den Titel „Fliegen“. Trotz Engagement war jedoch im ersten Anlauf Schluss.
Pape, Lotto und HSV: Von der Bühne ins Fußball-Herz
Ab 2005 galt Carsten Pape dann als Stammgast im Volksparkstadion: Mit Lotto King Karl sang er „Hamburg, meine Perle“ regelmäßig vor der vollen Nordtribüne. Oft standen die beiden auf einer Hebebühne und heizten den Fans ein. Diese Zusammenarbeit hielt bis 2019 – erst dann änderte der HSV sein Musikprogramm.
Papes Musik war aber nie ganz verschwunden. 2018 erschien zusammen mit HSV-Rapper Elvis das Album „Fan der Fans“. Und 2023 kam sein Comeback mit der Formation PAPE, gleich zwei neue Songs gab es auf die Ohren. 2024 meldete sich das Projekt erneut mit frischer Musik zurück – doch seitdem ist es stiller geworden. 2026 feiert sein größter Hit den 40. Geburtstag, doch öffentliche Lebenszeichen gibt es kaum.
Was bleibt, wenn das Scheinwerferlicht ausgeht?
Auch wenn sich Carsten Pape nach 2024 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, bleibt sein Einfluss spürbar. Das eine Lied, das Hunderttausende begleiteten, klingt noch nach. „Ich liebe dich“ wurde zur Hymne der 80er für eine ganze Generation. Pape selbst hat bewiesen, wie facettenreich Musikerkarrieren verlaufen können – vom Chartstürmer bis zum Stadionsänger, vom Songschreiber bis zum unauffälligen Musikfreund.
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