Covid-19: Warum könnte die Omikron-Variante eine "gute Nachricht" für die Epidemie sein?

Während die Omikron-Variante überall dort, wo sie sich ausbreitet, Besorgnis erregt, könnte sich diese x-te Mutation des Virus als vorteilhaft für die Epidemie erweisen.

Covid-19: Warum könnte die Omikron-Variante eine "gute Nachricht" für die Epidemie sein?
Weiterlesen
Weiterlesen

Ansteckend - wenn es nur ein Wort gäbe, um die Omikron-Variante von Covid-19 zu beschreiben, wäre es genau dieses. Und doch könnte sie, so übertragbar sie auch sein mag, nach Ansicht einiger Wissenschaftler:innen eine "gute Nachricht" sein.

Omikron: ansteckender, weniger gefährlich

Mehr als einen Monat nach der Explosion der Ansteckungsfälle in Südafrika ist die Omikron-Variante wie in vielen anderen Ländern auf dem Vormarsch, so auch in Deutschland.

Obwohl die Omikron-Variante (zu Recht) als "hochansteckend" gilt, sind ihre Symptome (Kopfschmerzen, laufende Nase, kalter Schweiß) im Vergleich zur Delta-Variante weniger schwerwiegend.

Laut einer britischen Studie ist die Wahrscheinlichkeit, dass Patient:innen, die mit Omikron infiziert sind, schwere Formen entwickeln und im Krankenhaus landen, nur halb so groß.

Die britischen Gesundheitsbehörden behaupten sogar, dass das Risiko eines Krankenhausaufenthalts nach einer Infektion mit dieser Variante um 50 bis 70 Prozent sinken würde.

Mögliches Ende der Epidemie?

Diese Beobachtung, die in verschiedenen Teilen der Welt - allen voran Südafrika und Dänemark - gemacht wurde, veranlasst den Virologen Yves Van Laethem, der von der belgischen Tageszeitung La DH befragt wurde, zu der Aussage:

Diese Variante könnte eine gute Nachricht sein.

Diese Vermutung wird von der Präsidentin der südafrikanischen Ärztevereinigung geteilt, denn "eine Erkältung mit 37,7°C Fieber ist weniger problematisch". So erklärt sie kurz nach Entdeckung der Variante:

Wenn man das Delta auf diese Weise umkehren kann, wäre das ein unverhofftes Geschenk in dem Sinne, dass eine weniger virulente Variante die andere ersetzen würde und es den nicht geimpften Personen ermöglichen würde, sich auf milde Weise zu immunisieren.

Ähnliche Beispiele in der Geschichte?

Gibt es also in der Geschichte ähnliche Fälle, in denen eine Epidemie beendet wurde, die es den Forschern ermöglichen, diese Hypothese zu bestätigen?

"Viren verschwinden nicht", warnte Patrick Zylberman, emeritierter Professor für Gesundheitsgeschichte gegenüber der Zeitung Ouest France.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Epidemien kein Ende haben. Es ist sogar eher das Gegenteil der Fall, betont er und stützt sich dabei auf das berühmteste Beispiel in der weltweiten Pandemiegeschichte. So erklärte Professor Patrick Berche bereits im Juni 2020 gegenüber Le Monde:

Als diese Pandemie [der Spanischen Grippe] allmählich erlosch, wurde das verantwortliche Virus, das später als H1N1 identifiziert wurde, saisonal. Bis heute sind die zirkulierenden Grippeviren Rekombinanten dieses uralten H1N1.

Als Reaktion auf die zahlreichen Mutationen des Virus, insbesondere die letzte durch die Omikron-Variante, schließen viele Wissenschaftler:innen einen ähnlichen Ausgang für Covid-19 nicht aus.

Diese Hypothese gibt zwar Anlass zur Hoffnung, da es so aussieht, als würden wir diese Epidemie nie überwinden, aber es ist noch zu früh, um sie heute zu bestätigen.

Covid-19: Erstes Bild der Omikron-Variante wurde enthüllt Covid-19: Erstes Bild der Omikron-Variante wurde enthüllt