Friedrich Merz — Wikimedia Commons © Steffen Prößdorf — Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0) — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:2024-08-21_Event,_CDU,_Wahlkampf_mit_Friedrich_Merz_in_Erfurt_2024_STP_3111_by_Stepro.jpg
Veröffentlicht am 23/09/2026 um 12:00 von der Redaktion

Neue Umfrage: Mehrheit spricht sich für Rücktritt von Kanzler Merz aus

Die neuesten Umfragewerte sind für Friedrich Merz ein echter Dämpfer: Eine Mehrheit der Deutschen würde laut aktueller Befragung seinen Rücktritt begrüßen, besonders nach den letzten Wahlschlappen. Bringt die Stimmung jetzt das Aus für den umstrittenen Kanzler?

Kanzler Friedrich Merz erlebt turbulente Zeiten: Nach einer Reihe von Wahlniederlagen und zunehmend lauterer Kritik keimt in Deutschland die Debatte über seinen Rücktritt auf. Die politische Stimmung kippt spürbar – und das hat auch handfeste Gründe. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und n‑tv hat ergeben, dass 55 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger einen Rücktritt von Merz begrüßen würden. Der Kanzler steht massiv unter Druck, diesmal nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus den eigenen Reihen.

Die Diskussion ist nicht nur Folge der Wahlergebnisse, sondern auch Spiegel eines generellen Unmuts mit der Arbeit des Regierungschefs. Das zeigen nicht nur die Aussagen von Politik-Experten, sondern macht sich in Gesprächen auf der Straße und in den sozialen Medien bemerkbar. Ob der Kanzler auf Dauer dem Druck standhält? Einige in der CDU sprechen bereits offen über die Nachfolgefrage.

Widerspruch in Ost und West – die Zahlen sprechen klar

Der kritische Blick auf Merz ist dabei nicht überall gleich stark: Besonders im Osten spricht sich mit 68 Prozent eine satte Mehrheit für seinen Rücktritt aus, während im Westen 53 Prozent so denken. Schaut man genauer auf die Parteipräferenzen, wird das Bild noch deutlicher: 89 Prozent der AfD-Wählerinnen und Wähler wünschen sich einen anderen Kanzler, bei der Linken sind es 65 Prozent, bei den Grünen 39 und beim SPD-Anhang 43 Prozent. Gerade einmal 21 Prozent der CDU/CSU-Anhängerschaft wollen laut Umfrage einen Wechsel an der Regierungsspitze.

Unterschiede zeigen sich damit nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch quer durch die Parteienlandschaft. Die Gründe dafür reichen von Frust über die bisherige Politik bis zu enttäuschten Hoffnungen nach den letzten Wahlen. Vielerorts fragen sich Menschen, ob Merz noch Kurs halten kann oder ob ein anderes Gesicht gebraucht wird, um den Wählerwillen wieder stärker zu spiegeln.

Wahldebakel und dramatische Umfragedaten – Merz auf Rekordtief

Die Zahlen passen ins Bild: Nach dem "Wahldebakel" in Sachsen-Anhalt am 9. September wächst der parteiinterne Frust. Und auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin setzte es weitere bittere Niederlagen am 20. September – in Berlin wurde die CDU von der Linken überholt und nicht mehr stärkste Kraft. Die Direktzufriedenheit mit Merz ist erschreckend niedrig: Nur 11 Prozent geben an, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein (in der Vorwoche lag der Wert sogar noch tiefer bei 10 Prozent).

Im aktuellen RTL/n‑tv Trendbarometer wird klar, wie instabil die Lage ist: Würde am kommenden Sonntag gewählt, käme die CDU/CSU auf 20 Prozent, während die AfD aktuell bei 27 Prozent liegt. Die Grünen kommen auf 17 Prozent, SPD und Linke jeweils auf 12 Prozent, BSW erhält 3 Prozent, die FDP kommt auf 4 Prozent. Eine schwarz-rote Koalition aus Union und SPD würde zusammen gerade einmal 32 Prozent erreichen – viel zu wenig für eine Mehrheit im Bundestag. Für viele Beobachter zeigen diese Werte deutlich, wie schwer die Union auf Bundesebene mittlerweile ins Hintertreffen geraten ist.

Auffällig ist zudem die methodische Fundierung der erhobenen Daten: Für die Frage nach dem Rücktritt wurden laut Forsa zwischen dem 15. und 21. September bis zu 2.500 Bürger befragt, die statistische Schwankungsbreite lag bei ±2,5 Prozentpunkten. Die Frage zur politischen Kompetenz wurde etwa 1.000 Personen gestellt, heißt es im Bericht weiter.

Diskussion um Umfragen – Regierung und Forsa im Clinch

Der Umgang mit den Umfragen sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Regierungssprecher Stefan Kornelius mahnte unlängst an: "Keines dieser Institute, die in dieser Frequenz Umfragen auf den Tisch legen, haben [sic] die Finanzressourcen, um solche Umfragen zu machen. Also sollten wir vielleicht alle mal sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen." Der Forsa-Gründer Manfred Güllner zeigte dafür gegenüber t‑online keinerlei Verständnis. Gerade vor den aktuellen politischen Herausforderungen werden die Forderungen nach genauer Analyse und Transparenz bei Befragungen lauter. Die Debatte, wie groß der Aussagewert solcher Erhebungen tatsächlich ist, dürfte in nächster Zeit weiter zunehmen.

Verwendete Quelle:

Umfrage zu Friedrich Merz: Mehrheit fordert seinen Rücktritt