Regenbogen: Zehn Dinge, die ihr über das Naturphänomen noch nicht wusstet
© R A Kearton@Getty Images
Regenbogen: Zehn Dinge, die ihr über das Naturphänomen noch nicht wusstet

Regenbogen: Zehn Dinge, die ihr über das Naturphänomen noch nicht wusstet

Der Regenbogen ist wohl eines der am schönsten zu beobachtenden Naturphänomene. So schön bunt formt er sich glücklicherweise recht häufig, sobald mehrere Faktoren erfüllt werden. Aber wisst Ihr wirklich alles über Regenbögen? Bestimmt nicht, deshalb verraten wir euch ein bisschen mehr über dieses beeindruckende Lichtband.

Habt ihr schon einmal einen Regenbogen gesehen? Dieser bunte Bogen, der auftritt, wenn die Sonne scheint und es gleichzeitig regnet. Die meisten Menschen können diese Frage bejahen, was nicht allzu überraschend ist. Das liegt daran, dass das Naturphänomen zum Glück relativ häufig auftritt. Viele wissen daher auch, dass Regenbögen ein optisches Phänomen sind, was durch die Reflektion, Brechung und Verstreuung des Sonnenlichts im Zusammenspiel mit Regentropfen zustande kommt.

Dennoch gibt es laut Huffington Post noch viele weitere wissenswerte Dinge bezüglich dieser Phänomene. Dazu hier eine Liste mit faszinierenden Fakten, die ihr sicherlich noch nicht wusstet:

1. Man kann nicht alle Farben des Regenbogens sehen

Der Regenbogen umfasst ein Farbspektrum, welches von Rot (außen) bis Violett (innen) reicht. Je nach Kultur glaubt man, dass er zwischen drei und neun Farben beinhaltet. Im Westen geht man generell davon aus, dass der Regenbogen sieben Farben umfasst: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Türkis und Violett. Diese Einschätzung umfasst allerdings nur einen Bruchteil der wirklichen Farben des Regenbogens. Eigentlich umfasst das Phänomen eine unendliche Menge an Farben, genauer gesagt an Längen der Lichtwellen.

Nichtsdestotrotz sind einige von ihnen für das menschliche Auge unsichtbar. Andere sind Nachbarfarben zu ähnlich und können somit nicht differenziert werden, was erklärt warum unser Sehorgan nur eine geringe Anzahl an Farben erkennt.

Regenbogen in Irland Peter Zelei Images@Getty Images

2. Zwei Personen sehen niemals denselben Regenbogen

Auch wenn zwei Personen direkt nebeneinander stehen und auf den Regenbogen schauen, werden sie niemals denselben Regenbogen sehen. Warum das so ist? Weil die Regentropfen, durch die das Sonnenlicht fällt, in ständiger Bewegung sind. Zudem ändert sich ihre Form, wodurch ein völlig neuer Winkel der Lichtbrechung entsteht. Da außerdem alle Regentropfen das Licht reflektieren und brechen, kann vom Beobachter nur ein geringer Teil der Reflektionen (je nach Position) wahrgenommen werden.

Die Wahrnehmung und Erscheinung eines Regenbogens wird außerdem durch die exakte Position der Sonne, sowie der Position des Betrachters, beeinflusst. Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem die Sehfähigkeit, welche bei verschiedenen Personen sehr unterschiedlich sein kann. Dies sind also die Gründe, warum zwei Personen niemals denselben Regenbogen sehen können. Aus den gleichen Gründen sehen eure beiden Augen ebenfalls nicht das gleiche Phänomen.

3. Der Himmel ist oberhalb des Regenbogens dunkler als unterhalb

Bisher haben es nur wenige bemerkt, obwohl es eigentlich einfach zu erkennen ist, wenn man die Augen auf den Regenbogen richtet. Der Himmel ist oberhalb des Regenbogens generell dunkler als im inneren des Bogens. Dies beruht darauf, dass jeder Wassertropfen eine Kugelform hat, welche das Licht scheibenförmig verstreut, da sie selbst aus einem Stapel bunter Scheiben besteht. Da allerdings die letzten Scheiben andere Durchmesser beinhalten, besteht keine Überlagerung, wodurch die Farben und die Form des Regenbogens zustande kommen.

Nichtsdestotrotz überlagern sich die Scheiben sehr wohl und lassen weiße Stellen entstehen, was zu einer Erhellung des Himmels führt. Daher erscheint er weniger dunkel als oberhalb des Regenbogens.

Ein Regenbogen über einem Feld Rakop Tanyakam/EyeEm@Getty Images

4. Regenbogen erscheinen mittags nur sehr selten

Damit ein solches Phänomen entstehen kann, müssen verschiedene Bedingungen vereint auftreten: Natürlich zunächst, dass es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint, aber nicht nur das. Tatsächlich ist es notwendig, dass sich unsere Erde an einem bestimmten Ort befindet: weniger als 42 Grad über dem Horizont. Ob die Sonne steigt oder sinkt, sobald ihre Strahlen die Wassertropfen in einem Winkel unter oder gleich 42 Grad treffen, erscheint ein Regenbogen.

Je niedriger die Sonne steht, desto stärker sieht man den Regenbogen. Im Gegensatz dazu entsteht das Phänomen nicht oder ist kaum sichtbar, wenn sich die Erde bereits weit Richtung Sonne befindet. Daher ist es selten, dass ein Regenbogen mittags auftaucht. Die Sonne steht zu diesem Zeitpunkt zu hoch, damit alle Bedingungen erfüllt werden können. Am frühen Morgen oder späten Nachmittag taucht das Phänomen dafür besonders häufig auf.

5. Ein Regenbogen kann auch nachts auftreten

Wenn ein Regenbogen doch Sonnenlicht braucht, um zu entstehen, wie kann es dann auch Regenbögen in der Nacht geben? Die Antwort: Wenn der Vollmond oder fast Vollmond den Platz der Sonne einnimmt. Das abgestrahlte Licht kann, ähnlich wie Sonnenstrahlen, Regentropfen oder feuchte Stellen streifen und somit ein ähnliches buntes Spektrum entstehen lassen. Dieses Phänomen wird dann Mond-Regenbogen (englisch: "Moonbow") genannt und taucht in der Natur etwas blasser als der übliche Regenbogen auf.

Ein sogenannter Moonbow Chasing Light - James Stone@Getty Images

Seine Farben sind die gleichen wie bei einem gewöhnlichen Regenbogen, allerdings können sie aufgrund des Lichtmangels von den Rezeptoren des menschlichen Auges nicht ausreichend erfasst werden. Daher erscheint das Phänomen nachts auch öfter weiß. Des Weiteren muss der Nachthimmel so klar wie möglich sein, damit man überhaupt einen Mond-Regenbogen wahrnehmen kann.

6. Es ist unmöglich, das Ende eines Regenbogens zu erreichen

Ihr könnt so oft und so weit wie möglich versuchen, euren Standort oder den Winkel zu wechseln, sogar eine andere Person in der Ferne fragen, es ist unmöglich das Ende oder den Fuß eines Regenbogens zu erreichen. Aus dem einfachen Grund, dass die Farbstrahlen, die zu dem Phänomen führen, von der Entfernung und dem Winkel zum Boden des Beobachters abhängen. Wenn ihr euch bewegt, bewegt sich der Regenbogen mit euch und verändert sich ebenfalls für alle eure Nachbarn, egal wie weit entfernt sie sind. Daher bestehen nach wie vor Legenden, dass sich am Ende des Regenbogens ein Schatz befinden soll.

7. Ein Flugzeug kann den Bogen in einen echten Kreis verwandeln

Ein Regenbogen ist ein Kreis, der sich um einen bestimmten Punkt herum bildet, der Antisolar-Punkt (englisch: "antisolar point") genannt wird. Dies ist der Punkt, der sich genau gegenüber der Sonne befindet und bei schönem Wetter durch den Schatten, den unser Kopf formt, kennzeichnet. Dennoch können wir nicht den gesamten Kreis sehen, da die Erde sich in den Weg stellt. Je näher die Sonne dem Horizont ist, desto größer ist der Regenbogen, den wir sehen. Beim Sonnenuntergang sehen wir somit einen echten Halbkreis.

Im Gegensatz dazu erscheint der Regenbogen je kleiner, desto höher die Sonne steht. Wenn der Beobachter nun allerdings an Höhe zunimmt und die Sonne im Rücken von ihm steht, wird er in der Lage sein, mehr vom Kreis zu erkennen. Sieht man zum Beispiel aus einem Flugzeug nach unten, kann man mit etwas Glück den gesamten Kreis entdecken. Diese Beobachtung bleibt allerdings sehr schwierig und selten.

8. Regenbogen können in doppelter oder dreifacher Form auftreten

Nahezu jeder hat in seinem Leben mindestens einmal einen Regenbogen gesehen, aber einige haben das Glück, einen Doppel- oder Dreifach-Regenbogen zu entdecken. Unter bestimmten Umständen kann ein Regenbogen von einem zweiten Regenbogen begleitet werden, der die Farben in umgekehrte Reihenfolge beinhaltet: Rot außen und Violett innen. Dies liegt in der Doppelreflektion des Lichts in den Wassertropfen, aber der zweite Regenbogen erscheint üblicherweise blasser und weniger strahlend.

Ein doppelter Regenbogen R A Kearton@Getty Images

Ein dritter Regenbogen kann ebenfalls aufgrund einer dreifachen Reflektion erscheinen. Ein dritter Regenbogen wäre daher auch farblich invers zum zweiten Regenbogen (also ähnlich wie der erste), aber noch weniger sichtbar. Man kann sich also vorstellen, was für ein unglaubliches Glück der Beobachter hat, wenn er einen Dreifach- oder sogar Vierfach-Regenbogen zu Sicht bekommt.

9. Es ist möglich, selbst einen Regenbogen in seinem Garten herzustellen

Unser Himmel ist bei weitem nicht der einzige Ort, an dem ein Regenbogen entstehen kann. Sobald Sonnenstrahlen auf Wassertropfen treffen, ist es möglich, das Phänomen zu replizieren. Vielleicht habt Ihr auch schon einmal aus Versehen einen Regenbogen erzeugt, wenn ihr euren Garten bewässert habt. Hierzu genügt es, sich mit dem Rücken zur Sonne auszurichten und einen Gartenschlauch zu benutzen, der einen feinen Nieselregen erzeugt. Ein Regenbogen kann außerdem in Wasserfontänen oder Wasserfällen auftauchen.

10. Ihr könnt einen Regenbogen verschwinden lassen

Nein, nicht indem ihr die Sonne verdeckt oder den Regen aufhören lasst, sondern einfach nur durch das Benutzen eurer Brille. Tatsächlich können Brillen mit polarisierenden Gläsern laut einem Blog des Discover Magazines einen Regenbogen vor euren Augen verschwinden lassen, obwohl er immer noch vorhanden ist. Hierzu genügt es, seine Brille vertikal zu halten, wie ein Video zeigt.

Dieser Glas-Typ wurde dafür konzipiert, polarisiertes Licht abzublocken, das heißt Licht, was sich auf horizontalen Flächen reflektiert und normalerweise blendet. Dadurch das dies geblockt wird, kann nur Licht durch die Gläser dringen, welches Informationen enthält. Dies soll zu einer verbesserten Sicht beitragen.

Das Licht, welches Regenbogen kreiert, prallt von den Wassertropfen zurück und ist daher ebenfalls polarisiert. Solange die Brille horizontal gehalten wird, wird das Licht nicht gefiltert. Wenn man sie allerdings dreht, blockieren die Gläser die Strahlen und lassen dadurch das Phänomen verschwinden. Erstaunlich oder?

Von Simone Haug

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