Der Mars kommt so nah an die Erde heran wie seit 15 Jahren nicht mehr

Der Mars kommt so nah an die Erde heran wie seit 15 Jahren nicht mehr

In den nächsten sechs Wochen verspricht der Nachthimmel uns ein genauso seltenes wie faszinierendes Schauspiel: Wir werden mit bloßem Auge unseren fernen Nachbarn beobachten können – den Mars! Ende Juli wird der rote Planet sich auf einer Position seines Orbits befinden, die sich in etwas weniger als 58 Millionen Kilometern von uns befindet. Eine bemerkenswerte Nähe, wie sie in den nächsten fünfzehn Jahren nicht mehr vorkommen wird.

Die kommenden Tage sind äußerst vielversprechend für alle Astronomie-Liebhaber! Über ganze sechs Wochen hinweg wird einer der faszinierendsten Planeten unseres Sonnensystems am Nachthimmel leuchten, wie er es seit fünfzehn Jahren nicht mehr getan hat. Bei diesem Planeten handelt es sich um den Mars.

Dieses seltene Ereignis ist auf den besonderen Orbit des roten Planeten zurückzuführen, denn er dreht sich um ein anderes Zentrum als die Erde. Das Ergebnis ist, dass der Abstand zwischen unserem Planeten und dem Mars sich halbieren und verdoppeln kann, mit einem durchschnittlichen Abstand von 225 Millionen Kilometern. Etwa alle fünfzehn Jahre erreicht dieser Abstand sein Minimum, wenn die beiden Planeten sich in einer Konstellation befinden, welche Spezialisten als „Perihelopposition“ bezeichnen.

Ende Juli: Der Mars so nah wie nie

Die optimale Position dieses Phänomens wird am 31. Juli 2018 auftreten. An diesem Tag wird sich der Planet in weniger als 58 Millionen Kilometern Abstand von uns befinden, wie die amerikanische Raumfahrtagentur erklärt. „Wenn Erde und Mars perfekt runde Orbits hätten, wäre ihr Abstand immer derselbe. Sie haben aber elliptische Umlaufbahnen“, erläutert die NASA.

2016 kam es ebenfalls zu einer Marsopposition, aber die beiden Planeten waren deutlich weiter voneinander entfernt, und zwar 75 Millionen Kilometer. Dieses Mal sollte das Phänomen also noch deutlich besser zu beobachten sein. Der rote Planet wird nahe genug an uns herankommen, um mit dem bloßen Auge am Nachthimmel beobachtet zu werden. Am 31. Juli natürlich, aber auch schon in den Wochen davor.

Laut der Internetseite EarthSky soll der Mars dann 1,8 Mal heller erscheinen als der Jupiter, obwohl dieser gewöhnlich der vierthellste Himmelskörper ist. Ab Mitte August wird das Phänomen allerdings ein Ende finden, denn der Mars und die Erde werden sich wieder voneinander entfernen. Erst im Oktober 2020 werden sie wieder nah aneinander herankommen. Der Abstand wird dann ca. 62 Millionen Kilometer betragen.

Noch geringerer Abstand vor ein paar Jahren

Der geringste Abstand zwischen unserem Planeten und dem Mars in den letzten 60.000 Jahren trat 2003 auf, und zwar am 27. August. Zu jenem Zeitpunkt kamen die beiden Himmelskörper auf 55 Millionen Kilometer aneinander heran. Dieses Phänomen wird bis 2287 nicht mehr auftreten! Bis dahin sollte man sich die Gelegenheit, den Mars in geringem Abstand zur Erde sehen zu können, nicht entgehen lassen.

Zum einen, weil dieses Himmelsspektakel bis 2035 nicht mehr auftreten wird, zum anderen, weil die aktuelle Beschaffenheit der Marsoberfläche ganz besonders ist... Seit dem 1. Juni 2018 ist eine ganze Region des Mars von einem Staubsturm betroffen, der sich immer weiter ausbreitet. „Der Sturm ist der stärkste, der jemals auf dem roten Planeten beobachtet wurde“, betont die amerikanische Raumfahrtagentur in einer Pressemitteilung.

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Es wäre reichlich schwierig, diesen Sturm von der Erde aus zu sehen, aber ein Erkundungsroboter befindet sich derzeit in einer schwierigen Lage. Der Mangel an Licht macht dem Rover Opportunity zu schaffen, da er Sonnenlicht braucht, um mithilfe seiner Photovoltaikmodule die Energie zu produzieren, mit der er funktionieren kann.

Bis wir wissen, welches Schicksal den Roboter ereilt können wir in den nächsten Tagen und Wochen nur die Daumen drücken. Wir können auf einen guten Ausgang hoffen und die Augen gen Himmel richten, um ein absolut außergewöhnliches Himmelsschauspiel zu beobachten!

• Carina Levent
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