Finanzriesen wollen keine Frauen mehr einstellen - Schuld hat MeToo!

Finanzriesen wollen keine Frauen mehr einstellen - Schuld hat MeToo!

In der Wall Street hat der Kampf zwischen den Geschlechtern seit #MeToo eine unerwartete Wendung genommen. Die Bewegung scheint genau das zu verstärken, was sie eigentlich zu bekämpfen versucht: Diskriminierung von Frauen.

Seit Oktober 2017 geht #MeToo durch die sozialen Netzwerke und prangert sexuelle Gewalt an Fraueninsbesondere in der Arbeitswelt an. Die Bewegung hat dazu geführt, dass die schwerwiegenden Fehltritte von mehreren bekannten - auch deutschen - Persönlichkeiten bekannt wurde, aber nicht nur das. Anfang Dezember hat das Audit-Unternehmen KPMG öffentlich gemacht, dass sieben britische Führungskräfte entlassen worden waren, nachdem intern Beschwerden wegen sexueller und moralischer Belästigung gegen sie laut geworden waren. Sogar Sexszenen im Kino und in anderen Medien werden debattiert, nachdem Frauen begonnen haben, offen gegen die sexuelle Dominanz der Männer vorzugehen. Ein großer Schritt nach vorn in den Beziehungen zwischen Mann und Frau, obwohl...

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Es gibt leider ein paar unerwünschte Nebenwirkungen. Laut dem Magazin Bloomberg hat die Bewegung die "Wölfe" der Wall Street nervös gemacht und eine neue Taktik befeuert: Frauen um jeden Preis zu meiden!

Strategien, die ans Lächerliche grenzen

Die Finanzriesen wollen nun keine Frauen mehr einstellen, wie ein Vermögensberater erläutert: "Wenn man heutzutage eine Frau einstellt, geht man ein schlecht einzuschätzendes Risiko ein." Laut Zeugen löst es schon Gerüchte und Beschwerden aus, nur mit einer Frau in Kontakt zu sein. Die Zeugenaussagen von etwa dreißig Führungskräften bestätigen dies. Da könnte man meinen, sie hätten sich alle etwas vorzuwerfen. Jedenfalls sind tatsächlich ein paar neue Strategien aufgekommen: Keine Frauen mehr in Räumen ohne Fenster treffen, die Tür bei Terminen offen lassen, keine professionellen Mittagessen mit Frauen haben,...

Diese Entwicklungen könnten wiederum zu jeder Menge Unverständnis und Diskriminierung führen: "Diese Männer werden nach Klagen wegen sexueller Belästigung direkt auch noch Klagen wegen sexueller Diskriminierung bekommen", erklärt Stephen Zwei, ein Rechtsanwalt, der auf Arbeitsrecht spezialisiert ist. Die Finanzwelt könnte so noch stärker von der Ungleichheit zwischen Männern und Frauen geprägt werden, und das, wo schon jetzt Zahlen eindeutig zeigen, dass Frauen in diesem Bereich stark unterrepräsentiert sind: 15 Prozent Frauen in relativ wichtigen Positionen, 26 % weibliche Führungskräfte und 37 % weibliche Manager. Dagegen sind nur 33% der Männer Assistenten, die restlichen 67% sind also Frauen.

• Maximilian Kunze
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