Noch immer Fälle von Pest: Forschende entwickeln Impfstoff

Mit der Technologie, die zur Herstellung des Impfstoffs von Oxford/AstraZeneca verwendet wurde, entwickeln Forschende von der Universität Oxford einen Impfstoff gegen die Pest.

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Die Pest ist eine hochgradig ansteckende Infektionskrankheit, die im 14. Jahrhundert die verheerendste Epidemie der Menschheitsgeschichte ausgelöst hat.

Dabei sind hunderte von Millionen Menschen gestorben. Von 2010 bis 2015 wurden weltweit insgesamt 3248 Fälle gemeldet, darunter 584 Todesfälle.

Bei einer relativ neuen Epidemie in Madagaskar gab es von August bis November 2017 über 2000 Verdachtsfälle und 171 Todesfälle, berichtet der Mirror. Christine Rollier, Professorin für Vakzinologie bei der Oxford Vaccine Group, erklärt:

Obwohl die Pest mit Antibiotika behandelt werden kann, sind viele Gebiete, in denen die Pest ausbricht, sehr abgelegen. In solchen Gebieten könnte ein wirksamer Impfstoff eine erfolgreiche Präventionsstrategie zur Bekämpfung der Krankheit darstellen.

Die Pest hat verschiedene Gesichter

Es gibt drei Arten der Pest, und zwar die Beulen-, Lungen- und die septikämische Pest. Bei der Beulenpest liegt die Sterblichkeitsrate unbehandelt bei 30 bis 60 Prozent.

Die Lungenpest auf der anderen Seite ist in fast jedem Fall tödlich. Beide Formen werden lebensbedrohlich, wenn sie sich zu einer Septikämie, also einer Blutinfektion entwickeln.

Ein Impfstoff gegen die Pest

Obwohl die Krankheit in weiten Teilen der Welt ausgerottet ist, treten in ländlichen Gebieten Afrikas, Asiens und sogar Amerikas, wo dieses Jahr bereits ein Mädchen an ihr gestorben ist, weiterhin jedes Jahr Fälle auf.

Forschende an der Universität Oxford leiten nun die erste Phase ihrer Studie zur Erprobung eines Impfstoffs gegen die Pest ein. 40 Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren sind Teil der Studie.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beobachten die Nebenwirkungen der Impfung und stellen fest, wie wirksam die Antikörper und T-Zellen sind, die der Impfstoff erzeugt. Die Expert:innen beobachten die Freiwilligen 12 Monate lang, bevor sie die Daten melden können.