Therapeutische Prostatamassage: Was bringt sie für die Gesundheit?
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Therapeutische Prostatamassage: Was bringt sie für die Gesundheit?

Von Ipek Nesin

Die meisten Männer verbinden eine Prostatamassage vermutlich mit einem Besuch beim Urologen. Doch die Massage kann auch zu therapeutischen Zwecken genutzt werden. Was das bringt, lest ihr hier.

Noch immer zählt Prostatakrebs zu einer der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Deswegen gilt es die Prostata – auch in jungen Jahren – regelmäßig untersuchen zu lassen. Erst im letzten Herbst hat das Institut Curie in Paris die Finanzierung zu einem Urintest für Prostata-Früherkennung bewilligt bekommen. Noch werden zu Untersuchungszwecken aber häufig Prostatamassagen durchgeführt.

Prostatamassagen dienen auch zur Stimulation

Bei Verdacht auf eine chronische Prostataentzündung (Prostatitis) setzen Mediziner oft auf eine Massage, um so Bakterien im Prostatasekret nachweisen zu können. Gleichzeitig kann die Untersuchung Aufschlüsse über Anomalien geben, wie Größen- und Formveränderungen des Organs. Prostatamassegen können aber durchaus auch für therapeutische Zwecke verwendet werden, wie ein Beitrag auf dem Gesundheitsportal Healthline zeigt.

So haben sich Männer früher, als es noch keine medizinische Hilfsmittel gab, mittels einer Prostatamassage bei Errektionsstörungen selbst zu helfen gewusst. Denn tatsächlich kann das händische Stimulieren durch das Rektum zu einer Lustreaktion und so zu einer Errektion bei Männern führen. Sie kann aber auch Linderung bei Schmerzen beim Ejakulieren oder bei erschwertem Wasserlassen verschaffen. Ein echter Allrounder also?

Mediziner sehen Prostatamassagen eher kritisch

Mediziner sehen das eher kritisch und verweisen auf eine Studie der renommierten Cochrane-Organisation. Darin haben Forscher die Wirksamkeit von Prostatamassagen bei chronischer Prostatitis und anderen Leiden untersucht, sind dabei aber zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Sie konnten nicht feststellen, ob eine Massage die Symptome Prostatitis verringert oder sogar verstärkt habe!

Urologen vermeiden Prostatamassagen daher in einigen Fällen, beispielsweise bei Verdacht auf eine akute Prostataentzündung, als Behandlungsmethode. Gegenüber Fitbook sagt Urologe Christoph Pies daher: "Auf dieser Basis können wir Urologen Prostatamassagen nicht als Standard für eine Therapie empfehlen."

Wer aber nicht auf Prostatamassagen verzichten möchte, um Lust zu bekommen, dem empfehlen Experten eine Dammmassage. Diese hat einen ähnlichen Effekt auf Männer, birgt aber weniger Verletzungsrisiken.


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