Sputnik V: Deutsche Politiker wollen Einsatz des russischen Impfstoffes

Nach dem abrupten Stopp der AstraZeneca-Impfungen ist Deutschland nun verzweifelt auf der Suche nach einer Lösung für das Chaos. Der Impfstoff aus Russland könnte bei der Überbrückung helfen, wäre da nicht die Bürokratie.

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Durch die Entscheidung, Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin vorübergehend auszusetzen, wird die Impfstrategie der Regierung behindert. Dieser Meinung sind zahlreiche Politiker und Experten.

Der russische ImpfstoffSputnik Vsorgt nun für Hoffnung bei vielen Menschen. Während Deutschland russische Propaganda nicht unterstützen will, hofft man nun umso mehr auf ein Impfmittel aus Russland.

Das weltweit erste zugelassene Vakzin wird in Russland schon lange zum Schutz gegen das Coronavirus verabreicht. In Deutschland ist dies noch nicht möglich.

Die Zulassung lässt auf sich warten

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv sei die Impfbereitschaft im Vergleich zu Anfang März lediglich um zwei Prozentpunkte auf 71 Prozent gesunken.

71% der Befragten würden sich trotz der Impfpause weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen. Da liegt der Gedanke nahe, dass die Deutschen auch dem russischen Sputnik V gegenüber zum Großteil positiv eingestellt wären.

Leider ist das Vakzin in der EU noch nicht zugelassen, weshalb auch die Regierung in Deutschland dieses vorerst nicht in seine Impfplanung miteinbeziehen kann.

Politiker für das Vakzin

Auch in der Politik wird der Standpunkt deutlich, dass mehr Impfstoffe zugelassen werden müssen, damit Deutschland zuverlässiger planen und schneller impfen kann.

So sprechen sich deutsche Ministerpräsidenten klar für eine zügige Zulassung aus. Hierzu sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe:

Russland ist ein großes Land der Wissenschaft, und ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass die dortige Wissenschaft imstande ist, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen.

Deutschland habe durch die Aussetzung von AstraZeneca nicht nur Probleme mit der Planung, sondern auch allgemein ganz schlicht und einfach nicht genügend Impfstoff zur Verfügung.

Obwohl die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) grundsätzlich über die Zulassung eines Impfstoffs entscheiden muss, macht Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) seine Position klar:

Im Kampf gegen Corona ist uns jeder Impfstoff willkommen, der sicher ist und wirkt und uns so hilft, die Pandemie zu überwinden. Wenn es um die Gesundheit der Menschen geht, sollte die Herkunft keine Rolle spielen. Schon als Kind bin ich mit einem russischen Impfstoff gegen Kinderlähmung immunisiert worden. Ich habe da keine Probleme.

Abwarten ist angesagt

Diese ermutigenden Worte lassen auf eine Entscheidung für die Weiterverwendung von AstraZeneca hoffen. Der Impfgipfel ist von Mittwoch auf Freitagnachmittag um 15 Uhr verschoben worden.

Das Bundesgesundheitsministerium will sich an die EMA-Entscheidung zur Überprüfung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca halten. Deutschland werde ihr folgen, sagt ein Sprecher des Ministeriums.