Schlaganfall nach Corona auch bei jungen Menschen: So gelangt das Virus ins Gehirn

Schon lange ist bekannt, dass eine Corona-Erkrankung neurologische Ausfälle wie Geschmacksverlust hervorrufen kann. Doch das Eindringen des Virus ins Gehirn kann auch schwere Schlaganfälle auslösen. Eine neue Studie verschafft hierzu tiefere Einblicke.

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Geschmacks- und Geruchsverlust gehören schon sehr früh zu den bekannten Corona-Symptomen. Doch diese Symptome gehen auf einen neurologischen Angriff des Virus zurück.

Anders, als auf zugeschwollene Nasenwege, wie viele meinen dürften. Eine neue Untersuchung enthüllt, dass viele, auch junge Menschen, durch das Coronavirus einen Schlaganfall erleiden können.

Das Coronavirus kann schwere Schlaganfälle auslösen

Nach einer Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) kann es im Rahmen einer Corona-Erkrankung zu "diffusen Hirnschädigungen" kommen.

Diese können in Begleitung neurologischer und psychiatrischer Auffälligkeiten in Erscheinung treten oder zu einer Entzündung von Gehirn und Rückenmark oder zu Schlaganfällen führen.

Es kann auch Menschen treffen, die weder Vorerkrankungen, noch Herz-Kreislauf-Probleme haben. Schwere Schädigungen des Gehirns treten häufig auch bei jüngeren Patienten auf.

Dies sagt eine Studie aus der Fachzeitschrift Stroke. 46% der Corona-Patienten im Krankenhaus, die einen Schlaganfall erleiden, sind jünger als 65 Jahre und 36% sogar jünger als 55 Jahre.

In dieser Altersklasse sind Schlaganfälle normalerweise selten, sie treten meist erst jenseits des 65. Lebensjahres auf. Eine Studie aus Berlin untersucht, wie das Virus ins Gehirn gelangt.

Der Weg ins Gehirn

Prof. Dr. Frank Heppner, Direktor der Neuropathologie an der Berliner Charité, geht mit seinem Team der Frage nach, wie das Coronavirus ins Gehirn vordringen kann.

Die Erkenntnisse dieser Untersuchung sind jetzt in der Fachzeitschrift Nature Neuroscienceveröffentlicht. Die Forscher untersuchen eine Gewebeprobe von 33 Personen.

Sie alle sind an ihrer Corona-Erkrankung gestorben sind und durchschnittlich knapp 72 Jahre alt. Die Proben werden dabei aus der Riechschleimhaut sowie vier verschiedenen Hirnregionen entnommen.

Die Riechschleimhaut ist das Tor des Virus

Die Analysen weisen intakte Viruspartikel in verschiedenen Strukturen nach, die Augen, Mund und Nase mit dem Hirnstamm verbinden.

Die höchste Viruskonzentration beobachten die Forscher dabei in der Riechschleimhaut. Professor Heppner sagt hierzu in einer Pressemitteilung der Berliner Charité:

Auf Basis dieser Daten gehen wir davon aus, dass SARS-CoV-2 die Riechschleimhaut als Eintrittspforte ins Gehirn benutzen kann.

Diese Konzentration auf die Riechschleimhaut kann vielleicht auch die häufigen Störungen des Riech- und Geschmackssinns bei einer Corona-Infektion erklären.

Die Belastbarkeit dieser Ergebnisse wird aber dadurch eingeschränkt, dass für die Studie nur Gewebeproben von verstorbenen Corona-Patienten, also schweren Verläufen ausgewertet worden sind.

Wie sich die Sache allerdings bei mittleren oder leichten Verläufen verhält, geht aus diesen Ergebnissen nicht hervor. Nicht geklärt ist auch die Frage, wie genau sich das Virus im Gehirn ausbreitet.

Wandert es von Nervenzelle zu Nervenzelle oder transportieren es die Blutgefäße? Das Coronavirus wird die Wissenschaftler weltweit noch eine ganze Weile beschäftigen.

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