Quarantäne für alle: In diesem europäischen Land darf man nur mehr mit PCR-Test vor die Tür

Ein europäisches Land fährt eine umstrittene Strategie in Sachen Pandemie-Bekämpfung: Es sollen erneut Corona-Massentests zum Einsatz kommen und dabei sollen diejenigen, die negativ getestet sind, sich frei bewegen dürfen - alle anderen müssen zu Hause bleiben.

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Der slowakische Premierminister Igor Matovic stellt einen Plan vor, der Potential hat, zu polarisieren: Demnach soll jeder Slowake ab sofort neun Tage Zeit haben, sich testen zu lassen.

Ohne negativen PCR-Test automatisch in Quarantäne

Krass heruntergebrochen bedeutet das, Quarantäne für alle. Denn nur, wer einen negativen Test vorweisen kann, darf danach weiterhin sein Haus verlassen, wie tagesschau.de berichtet. Matovic erklärt:

Wir könnten uns jetzt hier hinstellen und sagen, wir verlassen uns auf den Lockdown. Der senkt die Zahlen, aber wir sehen auch an anderen Ländern: Das dauert lang.

Nach bisherigen Hochrechnungen käme das Land aus der prekären sanitären Lage frühestens Mitte Februar, ehe Ende Februar heraus. Für Premierminister Matovic ist dies zu langsam und er erläutert, wie man dank der flächendeckenden Tests die Einschränkungen abkürzen kann.

Mithilfe dieses Verfahrens ließen sich die Überträger des Virus ermitteln und in Quarantäne schicken. Wer nicht zum Test geht, darf deshalb laut Plan ab dem 26. Januar in der Slowakei zum Beispiel nicht mehr zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen.

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In der Slowakei ist #stayhome verpflichtend, wenn kein negativer PCR-Test vorliegt. Alexas_Fotos@Pixabay

Bereits die zweite Runde Massentests in der Slowakei

Das ist nicht das erste Mal, dass die Slowakei mit einer groß angelegten Testkampagne Aufsehen erregt: Bereits im Herbst letzten Jahres schafft es das Zwei-Millionen-Einwohner-Land, innerhalb weniger Tage die gesamte Bevölkerung zu testen. Allerdings wird jetzt angesichts dieses neuen Versuchs Kritik aus den verschiedensten Reihen laut.

Die Regierungsopposition beispielsweise beklagt etwa, dass schon die Daten aus dem ersten Test-Durchgang nicht gut genutzt worden seien. Und die slowakische Präsidentin Zuzana Caputova erklärt in einem Interview, dass sie durch den Massentest-Plan keine Verbesserung der Lage sehe:

Viele Leute, vor allem die, die Aktion jetzt umsetzen sollen, kommen stark unter Druck. Natürlich muss man handeln. Aber was ich mir wünschen würde, wäre zumindest etwas Vorhersehbarkeit - was also unter welchen Bedingungen passiert.

Als Teil davon sehe die Präsidentin eine professionelle Kommunikation, die eher aud Beruhigung der Bevölkerung setzen solle. Wenn Ende Januar landesweit die Testergebnisse vorliegen, will die Regierung in Bratislava über die weiteren Maßnahmen beraten.

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