Potentielle Schwachstelle: Nur eine Impfdosis von Pfizer/BioNTech schützt nicht gegen Varianten

Forscher haben in Großbritannien beobachtet, dass Patienten, die nur eine Impfdosis von Pfizer/BioNTech bekommen haben, für neue Corona-Varianten anfällig sind.

Alarmierende Erkenntnisse: In Großbritannien haben Forscher nun herausgefunden, dass nur eine Impfdosis von Pfizer/BioNTech keinen ausreichenden Schutz vor neuen Corona-Varianten liefert.

In Anbetracht dieser Erkenntnisse fordern die Wissenschaftler die Gesundheitsbehörden auf, so vielen Menschen wie möglich bald die zweite Impfdosis zu verabreichen. Professor Danny Altmann vom Imperial College London, der die Forschungen mitgetragen hat, bringt die Sache gegenüber dem britischen Express auf den Punkt:

Nach einer einzigen Dosis stehen wir für Varianten ziemlich verwundbar da.

Eine Einzeldosis des Corona-Impfstoffs liefert keinen ausreichenden Schutz Varianten gegenüber

Für die zugrundeliegende Untersuchung haben die Wissenschaftler die Fälle von 731 britischen Fachkräften aus dem Gesundheitswesen studiert. Fast die Hälfte dieser Personen hat sich bereits während der ersten Welle der Corona-Pandemie infiziert, während die verbleibenden Personen sich nie angesteckt haben. Die Untersuchung hat ergeben, dass diejenigen, die sich nie infiziert haben, eine deutlich schwächere Immunantwort nach der ersten Impfdosis an den Tag gelegt haben als diejenigen, die zuvor infiziert gewesen sind.

Bei denjenigen, die zuvor keine Corona-Infektion gehabt haben, hat die Einzeldosis von Pfizer/BioNTech Antikörper hervorgerufen, deren Konzentration 11-25 Mal niedriger war, als es um die B117 Variante gegangen ist, im Vergleich zum ursprünglichen Coronavirus. Damit fallen die meisten der Menschen unter die Mindestmarke des Impfschutzes.

Gute Neuigkeiten für bereits Genesene

Es hat sich auch ergeben, dass diese Forschungsergebnisse ebenfalls die P1 Variante betreffen, die zuerst in Brasilien aufgetreten ist, wie auch die Varianten B 1617 and B 1618, die man zuerst in Indien beobachtet hat.

Bei denjenigen, die sich vorher angesteckt haben, hat die einzelne Dosis des Pfizer/BioNTech-Impfstoffes jedoch eine ausreichend starke Immunantwort hervorgerufen, um die britische wie die südafrikanische Variante abzuwehren. Professor Rosemary Boyton vom Imperial College, die an der Untersuchung mitgewirkt hat, erklärt hierzu dem Express:

Die Studie zeigt im Grunde, dass Menschen, die zuvor am Coronavirus erkrankt sind und dann eine einzelne Impfdosis erhalten haben, ganz anders aufgestellt sind, was ihre Immunantwort anbelangt. Man hat den Eindruck, als ob die vorherige Infektion wie eine erste Impfdosis wirkt, die erste wahrhafte Impfdosis dann bereits wie eine Auffrischungsdosis.

Der beste Schutz wird mit zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech erreicht

Professor Danny Altmann hat angedeutet, dass dieser Untersuchung eine präventive Funktion zukommt, mit der Menschen gewarnt werden sollen, auch nach der ersten Impfung gegenüber dem Coronavirus wachsam zu sein. Genauer sagt Altmann hierzu:

In Anbetracht aller unserer messbaren Parameter [des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech, AdR.] sieht eine einzelne Dosis sehr schmalbrüstig aus, insbesondere den Varianten gegenüber.

Altmann setzt dann noch hinzu:

Die einzelne Dosis führt zu einer gewissen Immunität, die sicher irgendetwas bewirkt hat. Verglichen mit zwei Dosen ist dies aber jedenfalls sehr, sehr wenig. Deshalb rate ich sehr dazu, dranzubleiben und sich die zweite Dosis geben zu lassen.

Trotz der früheren Warnungen lassen die Forscher auch jetzt nicht davon ab, die Bevölkerung zu einer Impfung gegen das Coronavirus aufzufordern. Denn zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer/BioNTech schützten auf wirksame Art gegen das Coronavirus und seine Varianten. Professor Altmann erklärt dem Express:

Wir möchten nochmal betonen, dass die Impfstoffe sehr gut sind. Wir möchten aber auch davor warnen, dass in einem Land wie Großbritannien, wo die meisten Geimpften nur eine Impfdosis bekommen haben und man zugleich nach besorgniserregenden, neuen Varianten Ausschau hält, eine potentielle, reelle Schwachstelle vorliegt. Eine Lösung liegt dabei in der genauen Erfassung von Varianten und darin, den Menschen die zweite Dosis zu verabreichen.

Du hast bald deinen Impftermin? Dann nehme dir drei Tage vorher Zeit, um unsere Tipps umzusetzen mit denen du die Immunantwort noch zusätzlich pushen wirst.

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