Post-Covid-Syndrom: Auf einen milden Verlauf folgen kognitive Beeinträchtigungen

Eine Auswertung von Patient:innen mit Post-Covid-Syndrom hat gezeigt, dass Corona-Erkrankte mit mildem Verlauf häufiger an langfristigen kognitiven Beeinträchtigungen leiden als an anhaltenden Riechstörungen.

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Die Berliner Charité hat zur Beobachtung von Patient:innen, die länger als drei Monate nach ihrer Covid-Erkrankung noch Beschwerden im Zusammenhang mit dem Coronavirus aufweisen, eine Neurologische Post-COVID-Ambulanz eingerichtet.

Erste Auswertung der Neurologischen Post-COVID-Ambulanz

Nun liegt die erste Auswertung von 100 Patient:innen vor. Diese wurde von der Charité im wissenschaftlichen Magazin Frontiers of Neurology veröffentlicht, so das Gesundheitsportal Berlins.

Patient:innen, die an einem Post-Covid-Syndrom leiden, zuvor aber einen leichten Krankheitsverlauf aufwiesen, haben oftmals längerfristig mit kognitiven Beeinträchtigungen zu kämpfen anstelle von Geruchs- und Geschmacksstörungen.

Hauptsächlich kognitive Beeinträchtigungen

Insgesamt kann bei der Auswertung festgestellt werden, dass 70 Prozent Probleme mit ihrer geistigen Leistungsfähigkeit hatten. Darunter fallen Vergesslichkeit und Konzentrationsprobleme. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie erklärt die Auswertung:

Am häufigsten waren kognitive Beeinträchtigungen (72%) [...]. Weitere häufige Symptome waren Fatigue (67%), Kopfschmerzen (36%) und persistierende Hyposmie (36%). Im Gegensatz zu der häufigen Fatigue-Symptomatik war eine exzessive Tagesmüdigkeit nur bei einem Drittel der Betroffenen vorhanden. Es folgten Myalgien (21%), Schwindel (20%) und verschiedene Schmerzsyndrome (17%). 5,5 % aller Patienten zeigten Symptome einer schweren Depression.

Behandlungen des Post-Covid-Syndroms

Wichtig sei, verschiedene Behandlungsmöglichkeiten dieses Post-Covid-Syndroms zu erforschen, da immer mehr Patient:innen darunter leiden. Doch das ist gar kein so leichtes Unterfangen. So erklärt Dr. Christiana Franke, die an der Auswertung beteiligt war:

Der Bedarf an neurologischer Versorgung beim Post-COVID-Syndrom ist groß, zumal die Patientenzahlen weiter steigen. Weitere Forschung zu den pathophysiologischen Mechanismen ist dringend erforderlich. Für die Betreuung Betroffener ist die Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen anzustreben, da eine kausale Therapie nicht absehbar ist und ein sinnvolles Procedere für den einzelnen Patienten etabliert werden muss.

Doch umso wichtiger ist es, wenn man sich die steigenden Infektionszahlen ansieht und mittlerweile sogar planbare OPs verschoben werden. Jede:r Zweite:r hat über sechs Monate hinaus noch mit neurologischen Beschwerden zu kämpfen, wie Fatigue, "brain fog" und kognitive Beeinträchtigungen - ein ernstzunehmendes Problem. Vielleicht auch auf den Tod von Endothelzellen zurückzuführen...