Neue Studie untersucht, weshalb einige Menschen nicht an COVID-19 erkranken

Eine britische Studie setzt sich mit der Frage auseinander, wie es sein kann, dass einige Menschen, die an vorderster Front im Krankenhaus arbeiteten, sich nicht mit Corona infizierten. Und das, obwohl sie in der ersten Corona-Welle einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt waren.

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Die Studie wird von dem Fachjournal Nature publiziert, wurde aber bereits online veröffentlicht. Das Team um Leo Swadling vom University College London untersuchte 58 Menschen, die während der ersten Welle und unter hohem Infektionsrisiko in Krankenhäusern gearbeitet haben.

T-Zellen: Das Wundermittel gegen Corona?

Vier Monate hat keine:r der 58 Beteiligten sich bei einem PCR-Test positiv testen lassen. Doch auch Antikörper wurden bei ihnen nicht gefunden. In dem gleichen Zeitraum infizierten sich mehrere Kolleg:innen der Studienteilnehmer:innen.

Bei 20 der Teilnehmer:innen konnten die Wissenschaftler:innen erhöhte T-Zellen-Werte feststellen. T-Zellen sind Blutzellen im Knochenmark. Dort entstehen sie und spielen anschließend eine wichtige Rolle bei der Abwehr von schädlichen Substanzen im Körper. Das machen sie, indem sie Zellen zerstören, die von Krankheitserregern befallen sind.

Immunprotein IFI27: Das Indiz für eine Infektion

Bei 19 anderen wurde das Immunprotein IFI27 entdeckt, was ein Indiz dafür sein könnte, dass die Träger:innen mit Sars-CoV-2 bereits in Kontakt gekommen sind. Das Protein lässt vermuten, dass die Träger:innen mit dem Coronavirus infiziert waren, das Virus aber zu schnell vom Immunsystem bekämpft wurde, um sich auszubreiten. Also bevor das Coronavirus im Körper Schaden anrichten konnte.

Dafür könnten die T-Zellen verantwortlich sein. Die Autor:innen der Studie stellten die These auf, dass die T-Zellen ein Protein-Cluster des Virus abgeblockt haben, das für die Reproduktion verantwortlich ist.

Studie wirft viele Fragen auf

Den Beweis für ihre These sehen die Wissenschaftler:innen in folgendem Vergleich: Bei den 58 Proband:innen waren mehr T-Zellen im Blut als bei einer Vergleichsgruppe, deren Mitglieder eine Infektion hinter sich hatten.

Die Studie lässt viele Fragen offen, da es keinen Beweis - außer dem Timing - gibt, dass die Studienteilnehmenden wirklich an COVID-19 erkrankt waren und die Infektion durch die T-Zellen abgebrochen wurde. Lediglich die Tatsache, dass sie in der Phase der ersten Welle an der Frontlinie gegen das Virus gekämpft haben, ist allerdings für einige nicht Beweis genug für eine Infektion.

Wie die T-Zellen im Körper der Proband:innen entstehen konnten, erklären wir euch im Video.

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