Mann spritzt sich Magic Mushrooms: Kurz darauf wachsen sie in seinem Blut

Diese absurde Geschichte ereignet sich im Jahr 1985 – damals sprießen im Blut eines Patienten auf einmal Magic Mushrooms.

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Ein 30-jähriger Mann spritzt sich den Sud gekochter Magic Mushrooms. Einige Tage später bringen ihn seine Verwandten in die Notaufnahme, weil er an Verwirrungserscheinungen und multiplem Organversagen leidet...

Der Grund, wie die Ärzte kurz darauf feststellen: In seinem Blut wachsen Pilze. Eine dazu durchgeführte Studie erschien am 11. Januar dieses Jahres im Journal of the Academy of Consultation-Liaison Psychiatry.

Selbstmedikation kann gefährliche Folgen haben.  freestocks.org@Pexels

Selbsttherapie mit weitreichenden Folgen

Auch wenn diese Aktion ziemlich absurd erscheinen mag, ist es der Grund dafür tatsächlich deutlich nachvollziehbarer. Denn der Patient erhofft sich, damit, die Symptome seiner bipolaren Störung zu lindern und eine Lösung gegen seine Abhängigkeit nach Opioiden zu finden.

Im Internet hat er Berichte über die potenziellen therapeutischen Eigenschaften von Halluzinogenen (LSD, Pilze mit Psilocybin) gelesen. Nachdem er sich das selbstgemachte "Medikament" verabreicht hat, wird er immer lethargischer und ihm wird übel, seine Haut färbt sich gelb und schließlich erbricht er Blut. Auch diesem Mann geht es von Tag zu Tag schlechter, weil er sich Sperma in den Rücken spritzt...

Wenn euch interessiert, warum manche Pilze diese "magische" Komponente haben und halluzinogene Wirkung auslösen, dann seht euch unser Video dazu an!

Mit multiplem Organversagen ins Krankenhaus

Seine Familie findet ihn schließlich in einem sehr verwirrten Zustand und bringt ihn in die Notaufnahme des Saint-Jospeh Hospitals in Arizona (USA). Mehrere seiner Organe, darunter auch seine Leber und die Nieren, haben versagt, sodass der Mann auf die Intensivstation verlegt wird.

Bluttests ergeben bakterielle sowie fungizide Infektionen. Kurz um, die Magic Mushrooms, die er sich gespritzt hat, sind dabei, ihn von innen heraus aufzufressen.

Er wird mit Antibiotika und Fungiziden behandelt und muss wegen einer Atmungsinsuffienz künstlich beatmet werden. Doch nach 22 Tagen kann er das Krankenhaus gesund und munter wieder verlassen ...

Eine mögliche Therapieform?

Wissenschaftler forschen bereits seit längerer Zeit daran, ob Psilocybin, der Hauptwirkstoff bestimmter halluzinogener Pilze, ein vielversprechendes Mittel gegen Depressionen, Angstzustände und Drogensucht sein könnte.

Natürlich nur unter kontrollierter Einnahme. Im amerikanischen Staat Oregon ist die Verwendung im Rahmen psychiatrischer Behandlungen seit 2020 sogar legal.

Für die meisten Studien, wird den Probanden das Molekül in Form von Tabletten verabreicht. Wenn die Verabreichung intravenös erfolgt, ist die Dosierung ganz exakt und es sind keinerlei Pilzsporen enthalten. Es besteht also keine Gefahr, dass sich ein Parasit im Blut der Patienten ausbreitet.

Wenn sie oral eingenommen werden – meist zu Freizeitzwecken als Tee, roh oder getrocknet – wirken sie wie das chemische Serotonin des Gehirns und bringen aktuellen Studien zufolge keine negativen Langzeitschäden mit sich.

Das, was häufig als "Bad Trip" bezeichnet wird, tritt meist in Form von Angstzuständen, Verwirrung, erhöhtem Blutdruck, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Magenkrämpfen in Erscheinung.