Jahrelang zwei Liter Energydrinks pro Tag: Student fällt beinahe ins Koma

Energydrinks haben heute bei vielen Menschen schon lange Kaffee oder Cola den Rang abgelaufen. Die süßen Drinks haben es aber in sich, auch was ihre schädliche Wirkung für den Körper betrifft. Wir berichten euch heute von einem besonders krassen Fall.

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Viele Menschen kämpfen in ihrem Alltag mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Frühere Generationen haben in dieser Situation meistens zu einer Tasse Kaffee gegriffen, vielleicht hat auch mal eine Flasche Coca Cola herhalten müssen.

Über die letzten Jahrzehnte haben dann die sogenannten Energydrinks diesen herkömmlichen Aufputschsäften den Rang abgelaufen. Menschen, die sich übermüdet fühlen und unfit, greifen in ihrem Alltag oft zu Energydrinks, um einigermaßen frisch durch den Tag zu kommen.

Doch auch wenn diese oft so schmecken, sind Energydrinks keine Fruchtsäfte und auch keine einfachen Cocktails, sondern können unsere Gesundheit dauerhaft schädigen, wie ein Fall aus England beweist.

Zwei Monate mit Nierenversagen und Herzinsuffizienz im Krankenhaus

Über Monate hinweg geht es einem 21-jährigen Londoner Studenten nicht gut, sein Herz rast, er leidet unter starker Konzentrationsschwäche und Migräneanfällen. Aufgrund zusätzlicher Kurzatmigkeit und Gewichtsverlust geht er nach vier Monaten ins Krankenhaus.

Die Ärzt:innen stellen bei ihm daraufhin Nierenversagen und Herzinsuffizienz fest. Aufgrund von zusätzlichen Blutgerinnseln im Herzen wird ihm ein Gerinnungshemmer verabreicht, den der junge Mann nicht verträgt.

Es ergeben sich daraufhin Komplikationen in seinem Gehirn, ein Komazustand droht. Der 21-Jährige wird im Anschluss regelmäßig einer Dialyse unterzogen, sein Zustand verbessert sich.

Die Ärzt:innen erwägen aber, ihn auf die Liste für Herz- und Nierentransplantationen zu setzen. Sie berichten jetzt von diesem außergewöhnlichen Fall in der FachzeitschriftBMJ Case Reports.

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Der junge Mann trinkt Energydrinks ohne zu wissen, wie gefährlich sie in großen Mengen sind.  Burke/Triolo Productions@Getty Images

Die Ärzt:innen rätseln über die Ursachen der Erkrankung

Der Zustand des jungen Mannes auf der Intensivstation verbessert sich dank der Dialysen, er darf dann nach 58 Tagen Krankenhausaufenthalt wieder nach Hause. Lange fragen sich die Ärzt:innen, was denn für dieses Krankheitsbild verantwortlich ist.

So ziehen sie eine von Krankheitserregern ausgelöste Herzmuskelentzündung oder auch das stressbedingte Tako-Tsubo-Syndrom in Betracht, aber in beiden Fällen will der Krankheitsverlauf nicht so recht dazu passen.

Das Ärzteteam ist verblüfft, da der Mann bei alledem keine der klassischen Abhängigkeiten aufweist, er raucht seit drei Jahren nicht mehr und konsumiert weder Alkohol noch illegale Drogen. Auch Vorerkrankungen in seiner Familie liegen nicht vor.

Die Energydrinks sind schuld

Den Ärzt:innen ist dann aber ein ungewöhnliches Detail aufgefallen, über das der junge Mann berichtet hat. Seit zwei Jahren konsumiert er nämlich täglich im Schnitt vier Halbliterdosen Energydrinks, also insgesamt zwei Liter pro Tag.

Da eine einzige dieser Dosen 160 Milligramm Koffein enthält, ergibt sich eine tägliche Summe von 640 Milligramm Koffein. Das in den Drinks enthaltene Taurin und weitere Inhaltsstoffe sind dabei gar nicht eingerechnet.

Laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag unbedenklich. Diese Dosis hat der Student aber über zwei Jahre lang permanent deutlich überschritten.

Trotz verbessertem Gesundheitszustand braucht er eine Spenderniere

Das Ärzteteam sieht also letztlich in diesen hochdosierten Energydrinks die wahrscheinlichste Ursache für die zahlreichen Beschwerden des jungen Mannes.

Diese Erklärung erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass bereits andere Fälle bekannt sind, in denen ein übermäßiger Konsum dieser Drinks anscheinend Herzprobleme ausgelöst hat.

Neun Monate nach der Entlassung aus dem Krankenhaus hat sich das Herz des jungen Mannes also etwas erholt, funktioniert aber nicht mehr wie das eines gesunden Gleichaltrigen.

Von den Herzproblemen abgesehen, wird der Mann einmal eine Spenderniere brauchen. Zu seiner Zeit auf der Intensivstation schreibt der 21-Jährige im Anhang an den Ärztebericht rückblickend:

Ich hatte solche Gedächtnisprobleme, dass ich mich nicht erinnern konnte, warum ich auf der Intensivstation bin. Ich hatte ständig Angst, weil ich solche Schwierigkeiten hatte, zu sprechen oder mich zu bewegen.

Der junge Mann ist jetzt entschieden der Meinung, dass die Menschen über die Risiken von Energydrinks besser aufgeklärt werden sollen, damit es anderen nicht wie ihm ergeht. Auch diese Frau setzt ihre Gesundheit aufs Spiel, indem sie 20 Dosen Red Bull trinkt...

Genießt also Energydrinks in Maßen und trinkt sie nicht als Durstlöscher oder Limonade-Ersatz, denn die Folgen davon können für eure Gesundheit gravierend sein!

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