Gesichtslähmung nach Impfung: Studie entdeckt Zusammenhang mit Pfizer-Impfstoff

Eine einseitige Lähmung des Gesichts wird von einer Studie mit zwei Corona-Impfstoffen in Beziehung gesetzt.

Überwiegen bei einer Corona-Impfung die Vorteile klar gegenüber den Risiken, werden dennoch permanent alle möglichen Nebenwirkungen erforscht. Eine neue, im Fachblatt The Lancet Infectious Disease Journal publizierte Studie bringt jetzt zwei Corona-Impfstoffe mit einer zeitweisen Gesichtslähmung in Verbindung.

Was wird unter Bellscher Parese verstanden?

Bei einer Bellschen Parese ist eine Gesichtshälfte zeitweise gelähmt oder deutlich geschwächt. Normalerweise lässt dies innerhalb von neun Monaten nach, kann bei manchen Personen aber auch länger anhalten. Eine dauerhafte Lähmung ist jedoch überaus selten.

Der Ursprung dieser Erkrankung ist noch unbekannt. Laut der neuen Studie sollen aber die Corona-Impfstoffe CoronaVac und Pfizer/BioNTech diese Störung auslösen können.

Was besagt diese Studie?

In Hong Kong sind Fälle der Bellschen Parese untersucht worden, die innerhalb von 42 Tagen nach einer der beiden Corona-Impfungen aufgetreten sind.

Zwischen dem 23. Februar und dem 4. Mai 2021 sind so unter insgesamt 451.939 mit CoronaVac geimpften Personen 28 Fälle verzeichnet worden. Unter 537.205 weiteren, mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech geimpften Personen sind 16 Fälle beobachtet worden.

In Hong Kong kommt es ansonsten jährlich unter 100.000 Personen zu etwa 27 Fällen von Bellscher Parese.

Die Studie kommt zum Ergebnis, dass eine Impfung mit CoronaVac das Risiko dieser Gesichtslähmung um das 2,4-Fache steigert. Die dünne Datenmenge habe aber nichts in der Art für den Impfstoff von Pfizer/BioNTech erkennen lassen.

Ian Chi Kei Wong, Professor an der Universität Hong Kong und Hauptautor der Studie, sagt hierzu in einer Pressemitteilung:

Mit CoronaVac scheint eine kleine Risikosteigerung hinsichtlich der Bellschen Parese einherzugehen.
Die Bellsche Parese bleibt aber ein seltenes und meist zeitlich beschränktes Ärgernis.

Neue Studien sollen jetzt dieses Ergebnis überprüfen und hier mögliche Zusammenhänge besser erkennen helfen.

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