Trotz Blinddarms: Darum bekommen Tiere keine Blinddarmentzündung
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Trotz Blinddarms: Darum bekommen Tiere keine Blinddarmentzündung

Beim Menschen tritt diese gefährliche Entzündung sehr häufig auf, doch Tiere können nicht daran erkranken. Wie kann das sein? Hier erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst.

Stechende Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Durchfall: Die Symptome einer Blinddarmentzündung sind kein Zuckerschlecken. Doch können auch Tiere an diese Krankheit bekommen?

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Bei der Blinddarmentzündung ist genau genommen nur ein kleiner Auswuchs, eine Verlängerung des Blinddarms, entzündet. Er kann unterschiedliche Formen und Größen haben und wird als Relikt aus der Evolution angesehen, das in unserem Organismus keine Rolle spielt. Allerdings haben Wissenschaftler die Hypothese aufgestellt, dass dieser sogenannte Wurmfortsatz den Erhalt nützlicher Bakterien im Körper sichert.

Wenn der Wurmfortsatz oder Appendix sich entzündet, nennt man dies eine Appendizitis, besser bekannt unter dem Namen Blinddarmentzündung, die nicht behandelt zum Tod führen kann. Es ist dann eine Notoperation nötig, bei der der Appendix entfernt wird. Ansonsten läuft man Gefahr, eine Blutvergiftung zu bekommen.

Blinddarmentzündung bei Tieren?

Der Großteil der Tiere hat keinen solchen Appendix und kann daher auch keine Appendizitis bekommen. Nur manche Allesfresser wie Orang-Utans haben einen Appendix – und dennoch scheint die Blinddarmentzündung eine Krankheit zu sein, die den Menschen vorbehalten ist, denn bisher wurde noch kein einziger Fall bei unseren tierischen Freunden festgestellt.

Allerdings haben Tiere durchaus einen Blinddarm, der je nach Spezies jedoch unterschiedliche Funktionen hat. Die Hauptfunktion des menschlichen Blinddarms liegt darin, Wasser und Elektrolyte aufzunehmen, die nach der Verdauung noch übrig geblieben sind. Bei Pflanzenfressern dient der Blinddarm dazu, mithilfe von Bakterien Zellstoffe aus der Nahrung zu zersetzen.

Von Sarah Kirsch

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