Experte besorgt über Antibiotika-Einsatz: Covid-19 kann zu Resistenzentwicklung führen

Es sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass es sich bei SARS-CoV-2 um ein Virus handelt, gegen das Antibiotika nichts ausrichten können, da diese eingesetzt werden, um Bakterien zu bekämpfen. Nichtsdestotrotz könnte die Pandemie dazu beitragen, die Resistenzentwicklung bei Bakterien zu steigern.

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Ein Antibiotikum kann bei einer schlimmen Mandel- oder Zahnwurzelentzündung ein wahrer Segen sein. Wichtig im Umgang mit dem Medikament sind vor allem zwei Dinge: Die korrekte Einnahme sowie der spärliche Einsatz desselben; verschreibt der Arzt oder die Ärztin zu häufig ein Antibiotikum, das viele Menschen auch viel zu oft falsch einnehmen, kann es zu einer sogenannten Antibiotikaresistenz kommen: Das Medikament verliert seine Wirkung. Ausgerechnet das Covid-19-Virus könnte zu einer höheren Resistenzentwicklung führen.

Antibiotika kommen bei Covid-Patient:innen oft zum Einsatz

Schon seit Langem ist klar: Antibiotika helfen Betroffenen im Kampf gegen Covid-19 nicht. Das Antibiotikum Azithromycin galt zwar eine Zeitlang als Wundermittel, doch mittlerweile ist klar, dass das Medikament gegen das Coronavirus nichts ausrichten kann.

Obwohl es sich bei Covid-19 um eine Virusinfektion handelt, werden laut Gesund24 viele Patient:innen trotzdem mit Antibiotika behandelt, die Gründe dafür sind vielfältig. Im November 2020 stellt z. B. die WHO fest, dass einige der Menschen, die sich mit Covid-19 infizieren, auch eine bakterielle Co-Infektion entwickeln, welche mit Antibiotika behandelt wird.

Außerdem bekomme ein großer Prozentsatz an Patient:innen, welche im Krankenhaus intensivmedizinisch betreut werden, Antibiotika verabreicht, da aufgrund der vielen Schläuche und Katheter, an denen die Betroffenen angeschlossen sind, bakterielle Infektionen auftreten.

Expert:innen sehen die Entwicklung mit Sorge

Einige Patient:innen gehen auch tatsächlich mit der Erwartung zum Arzt, vorsorglich ein Rezept mit einem Antibiotikum ausgestattet zu werden, bevor überhaupt klar ist, ob sie sich mit dem Virus infiziert haben. Selbst bei einem positiven Ergebnis ergibt die Einnahme eines Antibiotikums jedoch keinen Sinn:

Stefan Kluge vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf äußert sich besorgt über den laxen Gebrauch des Medikaments:

Covid-19 ist eine reine Virusinfektion, da machen Antibiotika keinen Sinn. [...] Zum Antibiotikum greift man bei Atemwegsinfektionen leider relativ schnell, weil sich bei bakteriellen Infekten auch eine Sepsis entwickeln kann.

Neben einer Antibiotikaresistenz befürchtet Janne Vehreschild von der Uniklinik Köln zudem noch ganz andere Folgen bei Betroffenen. Antibiotika schwächen nämlich auch das Immunsystem, sodass eine vorliegende Covid-19-Infektion durch die Einnahme des Medikaments noch verschlimmert werden könnte. Falls ihr mehr über Antibiotika und deren Einsatz erfahren möchtet, schaut euch einfach unser Video an!

Coronavirus: Antibiotika sind bei der Behandlung von Covid-19 nutzlos Coronavirus: Antibiotika sind bei der Behandlung von Covid-19 nutzlos