Ein 69-Jähriger mit Covid-19 erleidet schmerzhafte Erektion

Nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus ist ein 69-jähriger Amerikaner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei leidet er drei Stunden lang an einer schmerzhaften Erektion. Dieses merkwürdige Phänomen kommt selten vor, kennt aber eine interessante wissenschaftliche Erklärung.

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Ein 69-Jähriger Amerikaner aus Ohio ist im letzten August ins Krankenhaus von Miami Valley eingeliefert worden. Grund hierfür war Atemnot in Zusammenhang mit einer Ansammlung von Flüssigkeit in seinen Lungen.

Er ist in der Folge positiv auf das Coronavirus getestet worden und seine Atemprobleme haben noch zugenommen. Aufgrund seiner Fettleibigkeit hat sich sein Zustand noch weiter verschlimmert.

Ein Fall von Priapismus bei einem Corona-Erkrankten

Trotz seiner Intubation verbessert sich in der Folge sein Zustand nicht sofort, wie die Ärzte jetzt in der Fachzeitschrift The American Journal of Emergency Medicine erklären, ganz im Gegenteil.

Ihnen bleibt in dieser Situation nichts anderes übrig, als ihn zur Erleichterung seiner Atmung auf den Bauch zu legen. Als ihn die Krankenpfleger dann 12 Stunden später umdrehen, stellen sie seine Erektion fest.

Dieses als Priapismus bekannte Phänomen kann von verschiedenen Ursachen hervorgerufen werden. Um diese Erektion abflachen zu lassen, legen die Ärzte einen Eisbeutel auf den Bereich und entnehmen dem Penis später mit einer Nadel Blut. Die Priapismus-Probleme des Mannes legen sich dann in der Folge, er verstirbt jedoch kurze Zeit später aufgrund von Lungenversagen.

Erst wird bei dem Mann eine Covid-Erkrankung festgestellt, dann erschweren ihm Blutgerinnsel seinen Krankheitsverlauf. Prasesh Shiwakoti (Lomash)@Unsplash

Ist die Erektion unmittelbar vom Coronavirus hervorgerufen worden?

Die Ärzte haben sehr schnell die Vermutung aufgestellt, dass für diese schmerzhafte, dreistündige Erektion ein Zusammenhang mit der Corona-Erkrankung bestehen kann.

Die wahrscheinlichste Erklärung ist folgende: Bei zahlreichen erkrankten Personen ist eine Blutgerinnung festgestellt worden, die als solche eine ernste Komplikation darstellt. Es ist angeblich diese Art von Blutgerinnung gewesen, die Blutgerinnsel im Penis dieses Patienten verursacht haben soll.

Dieser Vorgang kommt sehr selten vor und erinnert an einen weiteren, der sich letzten Sommer im Krankenhaus der französischen Stadt Versailles zugetragen hat. Ein dort eingelieferter 62-Jähriger Patient hat an einer vierstündigen Erektion gelitten, die von schwarzen Blutgerinnseln verursacht worden ist.

Diese Fälle von corona-bedingtem Priapismus sind zwar nicht oft zu beobachten, gehen aber in ihrer Ursache auf das unabhängig davon häufiger belegte Problem der Blutgerinnung zurück.