Covid-19: Krankenhauspatienten entwickeln Autoimmunerkrankung

Forschende haben herausgefunden, dass Covid-19-Patient:innen mit schwerem Krankheitsverlauf Antikörper entwickeln, die den eigenen Körper angreifen.

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Covid-19 ist eine unvorhersehbare Erkrankung, auf die jedes Individuum anders reagiert. Manche bekommen lediglich Fieber und Kopfschmerzen, während andere sich monatelang mit schweren Symptomen quälen.

Forschende der Universität von Stanford haben nun herausgefunden, dass mehr als die Hälfte aller Patient:innen, die mit einem schweren Krankheitsverlauf hospitalisiert werden, Antikörper entwickeln, die das körpereigene Geweben und die Organe angreifen. Expert:innen halten es für möglich, dass diese Autoimmunreaktion einer der Gründe für Long-Covid sein könnte.

Die Studie

Das Forschungsteam hat Blutproben von rund 200 hospitalisierten Covid-Patient:innen untersucht, die sie zwischen März und April 2020 entnommen haben.

Außerdem haben sie Blutproben, die vor der Pandemie von gesunden Spender:innen genommen wurden, als Kontrollgruppe genutzt. Mithilfe der Studie waren die Forschenden in der Lage, Antikörper zu identifizieren, die das das Virus abwehren.

Diese Antikörper, richten sich gegen das körpereigene Gewebe und greifen die Zytokine – Botenstoffe der Immunreaktion – an. Mehr als 60 Prozent der hospitalisierten Patient:innen haben Autoantikörper gegen Zytokine aufgewiesen.

Bei der gesunden Kontrollgruppe, wiesen nur 15 Prozent derartige Antikörper auf. Darüber hinaus haben 20 Prozent der Patient:innen innerhalb einer Woche nach der Einweisung neue Autoantikörper. entwickelt. Dr. PJ Utz, Professor und Immunologe an der Stanford Medicine und Seniorautor der Studie erklärt:

Innerhalb einer Woche nach Einweisung ins Krankenhaus hatten etwa 20 Prozent dieser Patient:innen neue Autoantikörper gebildet, die sie am Tag ihrer Einlieferung noch nicht hatten. In vielen Fällen war das Maß an Autoantikörpern ähnlich wie bei diagnostizierten Autoimmunerkrankungen.

Lebenslange Beschwerden

Die neuen Erkenntnisse weisen abermals auf die Wichtigkeit einer Impfung hin, denn wie Utz hinzufügt, haben Covid-Patient:innen selbst nach einer Genesung noch diese Autoantikörper.

Diese können zu Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Zöliakie und Typ-1-Diabetes führen. Der Experte erklärt weiter:

Wenn man so schwer an Covid-19 erkrankt, dass man ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist man unter Umständen selbst nach einer Genesung nicht über den Berg.

Noch gebe es nicht genügend Forschung, um sicher zu sein, ob die bösartigen Antikörper auch noch nach mehreren Jahren im Körper anwesend sein werden.