Covid-19: Dieses umstrittene Medikament soll gegen das Coronavirus helfen
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Covid-19: Dieses umstrittene Medikament soll gegen das Coronavirus helfen

Eine aktuelle Studie aus Münster zeigt, dass bewährte Antidepressiva bei Covid-19-Erkrankungen helfen könnten. Mehr zu dieser Behandlungsform erfahrt ihr hier.

Bei Antidepressiva gehen die Meinungen auseinander: Sie sind zwar umstritten, aber helfen dort, wo es ohne nicht mehr geht. Doch warum bringt man Psychopharmaka mittlerweile mit Covid-19 in Verbindung?

Viele Menschen leiden nach einer Coronavirus-Erkrankung an psychischen Begleiterscheinungen, das von Schlafstörungen über Depressionen bis zu Demenz hin führen kann.

Ein Forschungsteam der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster fand in einer Vorab-Studie heraus, dass das Antidepressivum Prozac die Verbreitung von SARS-CoV-2-Viren im Körper deutlich hemmt und somit einer dritten Corona-Welle vorbeugen könnte.

"Volksdroge" hilft nicht nur gegen Depressionen

Prozac ist ein seit 1988 eingesetztes Antidepressivum, das eigentlich bei Depressionen verwendet wird, um den Serotonin-Spiegel zu senken. Dieses Psychopharmakon wird auch als Volksdroge bezeichnet, da es bereits seit 30 Jahren eingesetzt wird, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Das Wissenschaftler-Team um Ursula Rescher fand nun heraus, dass das Medikament jedoch auch die Weiterverbreitung der Covid-19-Erreger hemmt und somit einen schweren Krankheitsverlauf mildern kann, ohne jedoch die Zellen oder das Gewebe zu beschädigen.

Fluvoxamin schließt sich an

Eine ähnliche Studie führten bereits Wissenschaftler der Washington University mit dem Antidepressivum Fluvoxamin durch. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Antidepressivum eine Verschlechterung von Covid-19-Erkrankungen verhindern kann.

Auch andere Wirkstoffe, die das Zellwachstum und den Zelltod beeinflussen können, wie die Medikamente Amidaron und Imipramin, könnten vielversprechende Wirkungen zeigen.

Weitere Studien nötig

Die Studie aus Münster wurde bisher allerdings nur an Zellkulturen im Labor durchgeführt und die Zahlen der amerikanischen Studie sind aufgrund der geringen Probandenzahl nicht aussagekräftig.

Um die Wirksamkeit von Medikamenten wie Fluvoxamin und Prozac im Kampf gegen das Coronavirus zu bestätigen sind zunächst weitere Studien erforderlich.

Antidepressiva sollen gegen das Coronavirus helfen.  FG Trade@Getty Images

Ein Lichtblick im Kampf gegen Corona

Angesichts der aktuellen Situation und dem sich stetig, scheinbar ungehindert ausbreitenden Coronavirus ist dieser Forschungsfortschritt jedoch ganz klar ein Lichtblick.

Denn neben einem wirksamen Impfstoff fehlt uns noch immer ein Mittel, das zur Behandlung bereits an Covid-19 erkrankter Patienten eingesetzt werden kann. Die untersuchten Antidepressiva hätten vor allem den Vorteil, dass sie bereits seit Langem auf dem Markt sind und überall verfügbar wären.

Von Maximilian Vogel

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