Corona-Mutation: Wissenschaftler befürchten Ursprung in den USA

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der mutierte Corona-Stamm, der im Vereinigten Königreich entdeckt wurde, wahrscheinlich auch schon in den USA ist und sogar dort ausgebrochen sein könnte.

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In Südostengland ist ein neuer Stamm des Coronavirus entdeckt worden, der angeblich 70 Prozent ansteckender ist als der aktuelle. Dies veranlasst viele Länder dazu, ein Einreiseverbot für Reisende aus dem Vereinigten Königreich zu verhängen.

Die Mutation ist schon überall

Darüber hinaus tauchen aktuell bereits überall auf der Welt Fälle dieser Virusmutation auf und haben sogar schon Australien, die Niederlande, Dänemark, Italien, Belgien und Gibraltar erreicht. Viele weitere Länder gehen davon aus, dass auch bei ihnen das Virus bereits angekommen ist, nur bisher unentdeckt geblieben ist... so auch Amerika.

Der ehemalige Leiter der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA), Scott Gottlieb, erklärt kürzlich im Interview mit CBS, dass sich der neue Virusstamm wahrscheinlich schon längst in den USA verbreitet und ein Reiseverbot daher nichts ändern wird. Er warnt:

Da sich das Virus immer weiter auf der Welt ausbreitet, werden wir es immer häufiger mit solchen Varianten zu tun bekommen.

Liegt der Ursprung der Mutation in den USA?

Der Virologe Jeremy Luban von der University of Massachusetts glaubt sogar, dass der Ursprung des neuen Virusstamms in den USA liegen könnte. Gegenüber der Washington Post erklärt er, dass es gut möglich ist, dass der Stamm lediglich zuerst in Großbritannien entdeckt worden ist, weil man dort Zugang zu dem besten Genom-Sequenzierungs-Programm der Welt hat.

Calum Semple ist Wissenschaftler im Beratungsgremium des Vereinigten Königreichs und er hat bereits vor einiger Zeit davor gewarnt, dass eine höchstvirale neue Covid-Mutation bald zur dominanten Variante werden könnte. Auch die Virologin Angela Rasmussen vom Georgetown Center for Global Health Science and Security wäre nicht überrascht, wenn diese Variante des Virus bereits in Amerika wäre:

Ich glaube nicht, dass das Reiseverbot besonders hilfreich ist. Die Übertragung aller Covid-Varianten, die es in den USA gibt, verläuft bereits völlig unkontrolliert. Es macht Sinn, dass es zuerst im Vereinigten Königreich entdeckt wurde, weil sie wahrscheinlich das beste Überwachungsprogramm haben.

Einreise Verbot für Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich

Vor allem Airlines wie British Airways, Delta Airlines und Virgin Atlantic verlangen von UK-Passagieren ein negatives Corona-Testergebnis, das bei Reiseantritt nicht älter sein darf als 72 Stunden. Die US-Regierung bespricht aktuell die Einführung einer einheitlichen Regelung diesbezüglich.

In der Zwischenzeit hat Kanada bereits einen 72-stündigen Einreisestopp für Fluggäste aus dem Vereinigten Königreich verhängt und schließt sich damit 43 weiteren Ländern an.

Reisebeschränkungen wirklich sinnvoll?

Der belgische Virologe Marc van Ranst ist sich jedoch sicher, dass der neue Virusstamm bereits weiter verbreitet ist, als wir denken und erklärt gegenüber Bloomberg, dass es nicht "wirklich fair" ist, Reisebeschränkungen für das Vereinigte Königreich zu verhängen, nur weil das Virus dort entdeckt worden ist.

Die meisten Länder hatten die Reisebeschränkungen verhängt, nachdem Premierminister Boris Johnson vor dem 70 Prozent ansteckenderen, neuen Virusstamm gewarnt hatte. Die Verkündung kam nur 72 Stunden vor Beginn der Weihnachtslockerungen und das, obwohl der Stamm ursprünglich bereits im September entdeckt worden ist.

Gefährlicher oder nicht?

Viele Experten geben jedoch zu bedenken, dass man noch nicht mit vollständiger Sicherheit sagen könne, ob diese Virusvariante wirklich ansteckender ist.

Besonders bedenklich an diesem Virusstamm ist, dass es auch für Kinder deutlich ansteckender sein soll, welche von dem ursprünglichen Stamm größtenteils verschont bleiben. Insgesamt würde dies natürlich zu einer höheren Infektionsrate führen. Bleibt abzuwarten, wie es sich weiterentwickelt.