Schulöffnungen in Corona-Zeiten: Diese Rolle spielen Kinder bei der ÜbertragungSchulöffnungen in Corona-Zeiten: Diese Rolle spielen Kinder bei der Übertragung
Schulöffnungen in Corona-Zeiten: Diese Rolle spielen Kinder bei der Übertragung
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Schulöffnungen in Corona-Zeiten: Diese Rolle spielen Kinder bei der Übertragung

Eine in Frankreich durchgeführte Studie nimmt die Rolle von Kindern in der Übertragung von Covid-19 genau unter die Lupe. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Bevölkerungsgruppe vom Virus tatsächlich weitgehend verschont bleibt.

Ab 04. Mai sollen die Schulen in Deutschland zum Teil wieder geöffnet werden. Dies wirft dementsprechend viele Fragen für Eltern und Lehrer auf, die über die Risiken dieser Maßnahme genauer Bescheid wissen wollen. Sind Kinder wirklich "Virenschleudern", also symptomlose Übertrager des Coronavirus? Wie viele unter ihnen haben bereits die Krankheit durchgemacht, ohne es zu wissen? Und ist die Rolle von Kindern in der Verbreitung des Virus wirklich so groß, wie es seit Wochen in den Medien propagiert wird?

Kinder sind weniger von Covid-19 betroffen  Imgorthand@Getty Images

"Viel weniger betroffen als Erwachsene"

Um Antworten auf diese brennenden Fragen zu finden, wird in Frankreich seit letztem Dienstag von der französischen Gesellschaft der Kinderärzte eine Studie über Kinder und die Auswirkung des Coronavirus durchgeführt. Die ersten Ergebnisse scheinen darauf hinzudeuten, dass Kinder in der Übertragung des neuartigen Coronavirus nur eine minimale Rolle spielen – von "Virenschleudern" kann also nicht die Rede sein. Robert Cohen, ein Kinderarzt und Infektiologe an einem Krankenhaus im Großraum Paris, gibt im Gespräch mit FranceinfoAuskunft über die Forschung:

Wir haben herausgefunden, dass unter den Personen, die angeben, an Covid-19-Symptomen zu leiden, Kinder deutlich weniger betroffen sind als Erwachsene. Bei Erwachsenen sind 30 % der Proben positiv, bei Kindern lediglich 10 %.

Weniger Ansteckungen

Außerdem legen junge Patienten eine Immunität auf das Virus an den Tag, die noch schwer zu erklären ist: "Kinder werden weniger oft angesteckt, erkranken weniger häufig und ihre Krankheitsverläufe sind im Vergleich milder", so Cohen.

In Deutschland berichtet Prof. Dr. Johannes Hübner, Leiter der Abteilung für pädiatrische Infektiologie der Klinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital am LMU Klinikum München, in einer Pressemitteilung von ganz ähnlichen Beobachtungen:

Schwere Verläufe und Todesfälle sind im Kindesalter absolute Ausnahmen. In Deutschland wissen wir durch eine große Umfrage von derzeit 65 stationären Aufnahmen von Kindern.

Trotzdem ist dies laut Robert Cohen noch kein Grund zur Entwarnung. Er berichtet davon, dass die derzeit durchgeführte Studie auch dazu dient, "um herauszufinden, welcher Prozentsatz unter den Kindern tatsächlich Virusträger ist. Andererseits müssen wir die Situation weiterhin überwachen und Sicherheitsmaßnahmen treffen."

Die Zahlen, die bisher von der neuen Studie bekannt sind, lassen laut einer Aussage von Robert Cohen in einemBFMTV-Interview eine erste Schlussfolgerung zu: "Wir konnten feststellen, dass Erwachsene eher Kinder anstecken als umgekehrt."

Ergebnisse in einem Monat

Die Ergebnisse werden in einem Monat präsentiert. Für die Analysen herangezogen werden Proben, die im Großraum Paris von 600 Kindern in Kinderarztpraxen entnommen werden.

"Es werden 300 Kinder mit klinischen Symptomen, die denen von Covid-19 entsprechen, sowie 300 Kinder ohne Symptome, die für Impfungen oder nichtinfektiöse Probleme in die Praxis kommen, getestet", erklärt Professor Cohen. Dank der Studienergebnisse werden wir endlich mehr über die wahre Rolle von Kindern in der Übertragung des Coronavirus erfahren.

Von Martin Gerst

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