Die Identität von Jack the Ripper durch DNA-Tests nun endlich wissenschaftlich geklärt
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Die Identität von Jack the Ripper durch DNA-Tests nun endlich wissenschaftlich geklärt

Konnte jetzt tatsächlich eines der größten Geheimnisse der Kriminalgeschichte gelöst werden? Nach an die 150 Jahren scheint das Rätselraten um die Identität eines der ersten Serienmörder ein Ende gefunden zu haben. Einem wissenschaftlichen Team ist es gelungen, zu beweisen, dass Aaron Kosminski der "Ripper" war. Hier kommen wir auf die Untersuchung und ihr Ergebnis zurück.

Nachdem fast schon an die 150 Jahre die unglaublichsten, verrücktesten und teils auch plausibleren Theorien betreffs der Identität von Jack the Ripper in Umlauf waren - dem Serienmörder, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts ganz London terrorisierte - scheint das Rätselraten jetzt ein Ende zu haben.

Eine im März 2019 in der Fachzeitschrift Journal of Forensic Sciences erschienene Untersuchung hat den Namen des für die Morde von mindestens fünf Prostituierten von Whitechapel verantwortlichen Täters letztendlich enthüllt. Hier folgen die Erklärungen dazu.

Untersuchungen von Spuren auf dem Schal eines der Opfer

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben Jari Louhelainen von der John-Moores-Universität von Liverpool und David Miller von der Universität in Leeds (England) eine forensische Untersuchung nach modernen Maßstäben durchgeführt. Sie haben einen Schal, den Chatherine Eddowes am Tag ihres Todes trug auf DNA-Spuren untersucht. Catherine war das vierte von mindestens fünf Opfern des gefürchteten Serientäters. Ihr verstümmelter Körper wurde in der Nacht vom 30. September 1888 im Londoner Stadtviertel Aldgate gefunden.

Die Forscher haben Blut- und Spermaspuren auf dem von ihr getragenen Schal gefunden. Sie haben die gefundene mitochondriale DNA (die DNS mütterlicherseits) mit Proben von mehreren lebenden Nachkommen des Verdächtigen Aaron Kosminski verglichen. Der Vergleich war eindeutig! Das war der noch fehlende Beweis.

"Unseres Wissens nach ist das die weitgehendste Untersuchung, die in dieser Affäre jemals durchgeführt wurde", beglückwünschen sich die kriminalistischen Archäologen und Wissenschaftler in ihrem Bericht.

Der schon mehrmals verdächtigte Aaron Kosminski

Der Name des 23-jährigen Friseurs fällt hier nicht zum ersten Mal. Aaron Kosminski wurde von Scotland Yard schon mehrmals im Laufe der Ermittlung erwähnt. Er war von Anfang an einer der Hauptverdächtigen.

Ein Zeuge will Aaron Kosminski in Begleitung eines der Opfer gesehen haben, bevor die junge Frau ermordet wurde. Doch da er seine Aussage nur wenig später widerrief, war die bestehende Beweislage nicht ausreichend, um ihn als Mörder zu überführen. Der an Halluzinationen und Paranoia leidende Aaron Kosminski war mehrmals in einer psychiatrischen Klinik, wo er 1919 im Alter von 53 Jahren auch völlig verwirrt starb.

Sein Name fällt 2014 erneut, als Russell Edwards, ein britischer Geschäftsmann, der sich leidenschaftlich für die Jack-the-Ripper-Affäre interessiert, ein Buch veröffentlicht, in dem er behauptet, der Friseur aus Whitechapel sei der berüchtigte Serienmörder des viktorianischen Zeitalters.

Er ist es auch, der den Schal auf einer Versteigerung erwirbt und auf seine Kosten forensisch untersuchen lässt. So bekommt der Gen-Experte Jari Louhelainen in die Hände und veröffentlicht besagten Artikel in der oben genannten Fachzeitschrift. Nur soll es dem französischen Radiosender Europe 1 nach schon vorher Untersuchungen gegeben haben, die Aaron Kosminski als Täter entlarvten.

Heißt das nun, dass der Scoop vergangener Woche im Journal of Forensic Sciences gar nicht so spektakulär ist? Ja und nein. In erster Linie ist er als offizielle Bestätigung des Untersuchungsergebnisses in einer wissenschaftlichen Zeitschrift zu betrachten.

Von Maximilian Vogel

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