11. September: Reaktion von Donald Trump sorgt 17 Jahre später für Empörung

11. September: Reaktion von Donald Trump sorgt 17 Jahre später für Empörung

Ein paar Stunden nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center hatte Trump nichts anderes im Sinn als die Größe seines Trump Buildings, das nun wieder das höchste Gebäude im Süden Manhattans geworden war.

Dieser Satz wäre fast in Vergessenheit geraten – bis die Washington Post ihn 17 Jahre später wieder ausfindig machte. Am 11. September 2001 liefen wenige Stunden nach dem Anschlag auf das World Trade Center bei den amerikanischen Nachrichtensendern die Drähte heiß: Alle waren auf der Suche nach Reaktionen von Personen des öffentlichen Lebens und Politikern.

Damals war Donald Trump noch weit vom Weißen Haus entfernt. Er war ein Immobilienmogul mit sehr gutem Ruf. Am Telefon mit dem lokalen Fernsehsender WWOR sagte er zunächst: „Ich kann das World Trade Center von meinem Fenster aus sehen, und ich habe diese riesige Explosion beobachtet (...) Ich konnte es wirklich nicht glauben. Jetzt sehe ich nichts mehr. Die Türme sind einfach verschwunden. Es ist sehr schwer zu begreifen.“

Auch interessant
Donald Trump wird von der Gattin des polnischen Präsidenten gedemütigt

„Jetzt ist es das höchste Gebäude“

Bis hierhin ist noch alles normal. Aber die Dinge geraten schnell aus dem Ruder, als der Journalist ihn fragt, ob an seinem Gebäude, dem Trump Building, das nur ein paar Häuserblocks entfernt steht, Schäden entstanden seien: „40 Wall Street (die Adresse des Gebäudes, Anm. d. Red.) war der zweithöchste Turm in Downtown Manhattan, und vor dem Bau des World Trade Centers war er der höchste. Später, als sie die Zwillingstürme gebaut haben, ist es das zweithöchste Gebäude geworden. Und jetzt ist es wieder das höchste.“

Ein Kommentar, der zu einem Zeitpunkt, zu dem die ersten Angaben über die Opferzahlen immer wieder wuchsen, Bestürzung auslöste. „Die einzige Reaktion, die ich mitten in allem, was geschah, hatte, war ‚Wow, das ist so gefühllos‘“, erinnert sich Brenda Blackmon, Moderatorin des Senders zum Zeitpunkt des Interviews. Ebenfalls zum 17. Jahrestag des Anschlags hat ein Kameramann bislang unbekannte Filmaufnahmen veröffentlicht.

• Sophie Kausch
Weiterlesen