China: Kampf gegen Luftverschmutzung hat schlimme Folgen für die Gesundheit

China: Kampf gegen Luftverschmutzung hat schlimme Folgen für die Gesundheit

China stellt sich seit 2013 dem gnadenlosen Kampf gegen die Luftverschmutzung. Doch diese Bemühungen unerwartete Auswirkungen.

2013 hat China einen Aktionsplan vorgestellt, mit dem die Emissionen der hochgradig umweltverschmutzenden Industriebereiche bis 2017 um 30% gesenkt werden sollten. Trotz sehr ermutigender Ergebnisse hat dieser Kampf gegen die Verschmutzung auch einen unerwarteten und beunruhigenden Nebeneffekt: Eine erhöhte Ozonkonzentration in der Luft.

Immer mehr Ozon

Nach dem Beginn des chinesischen Programms zur Emissionsreduzierung 2013 und dank der Umsetzung von besonders drastischen Maßnahmen hat China es geschafft, die Feinstaubkonzentration (PM2,5, also mit einem Durchmesser von unter 2,5 Mikrometern) um fast 40 % zu senken. Allerdings erhöhte sich in der Folge die Konzentration eines anderen Gases in der Luft.

Dank der Daten, die durch ein Netzwerk von 1.000 Luftkontrollstationen gesammelt wurden, konnten die Forscher feststellen, dass die Konzentration des Ozons gefährlich hohe Werte erreichte, vor allem im Umkreis von Großstädten. Selbst wenn das Ozon ein wichtiger Bestandteil der äußeren Erdatmosphäre ist, sind seine Auswirkungen in niedrigeren Luftschichten sehr bedenklich. Dort wird es nämlich zu einer Bedrohung für die Umwelt und für die Gesundheit der Menschen, denn es löst schwerwiegende Atembeschwerden aus.

Ein gewonnener Kampf, aber der Krieg geht weiter

Laut den Forschern steht diese erhöhte Ozonkonzentration in direktem Zusammenhang mit dem Sinken der Feinstaubkonzentration. Trotz der schädlichen Auswirkungen des Feinstaubs auf die Gesundheit wirkt er als "Schwamm", der Hydroperoxyl-Radikale absorbieren kann. Dabei handelt es sich um Bestandteile der Luft, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Ozon spielen.

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"Wir haben noch nie ein solches Phänomen beobachtet, denn kein anderes Land hat seine Feinstaubemissionen so schnell reduziert. China hat in vier Jahren das geschafft, wofür die USA 30 Jahre gebraucht haben", kommentiert Daniel Jacob, Forscher an der Harvard-University.

Nun ist wiederum eine Reduzierung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen und Stickstoffoxiden (die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen) erforderlich, um gegen diese Ozon-Überproduktion vorzugehen – sonst könnten besonders gefährliche Werte erreicht werden.

• Carina Levent
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