Biologen stehen vor einem Rätsel: Riesiges Gerippe im Amazonas gefunden

Biologen stehen vor einem Rätsel: Riesiges Gerippe im Amazonas gefunden

Auf einer brasilianischen Insel hat man etwa 15 Meter vom Ufer entfernt riesiges Gerippe gefunden. Fest eingeklemmt zwischen den Mangroven. Ein sehr rätselhafter Tod, dem ein Team von Biologen nun auf den Grund gehen will.

Wie ist er dorthin gekommen? Wie konnte es passieren, dass sich ein Buckelwal in den Mangroven des Amazonas verfängt - so weit entfernt von der Küste und den Gewässern, in denen er für gewöhnlich unterwegs ist? Fragen, für die die Biologen plausible Antworten suchen, nachdem einige Leute den toten Wal am Rand des Regenwaldes im Amazonasgebiet gefunden haben.

Eine Länge von acht Metern misst das Tier, doch es wurde nicht aufgrund der imposanten Größe entdeckt, sondern durch die vielen Geier verraten, die über dem in der Amazonasmündung gestrandeten toten Wal kreisten. Durch Internetvideos auf den Fund aufmerksam gemacht, begeben sich zehn Biologen des ONG Bicho D'água Institute vor Ort, um das Rätsel dieser ungewöhnlichen Strandung zu lüften.

Viele Unklarheiten

Die rätselhafte Strandung des Wals lässt unzählige Fragen offen. Einerseits wegen des Fundortes: Der Buckelwal wurde 15 Meter vom Ufer entfernt auf der Küsteninsel Marajó in Brasilien gefunden. Abgesehen von einigen Verletzungen liefert der Kadaver keine weiteren Anzeichen auf die Todesursache des Tieres.

"Wir können noch immer nicht mit Sicherheit sagen, wie der Wal hierhin gekommen ist, doch wir gehen davon aus, dass er in der Nähe der Küste trieb und dass ihn die Flut, die in den letzten Tagen besonders hoch war, ins Inselinnere und bis in die Mangroven getragen hat", erklärt die Meeresforscherin Renata Emin in einem Interview mit der brasilianischen Informationsseite O Liberal, das später von der Newsweek aufgegriffen wurde.

Außerdem ungewöhnlich am Tod des Tieres: Die Jahreszeit, in der der Wal an der brasilianischen Küste strandete, denn sie steht im absoluten Widerspruch zu der normalen Wanderung dieser Spezies, wie die brasilianische Spezialistin betont.

"Uns verwundert die Anwesenheit eines Buckelwals vor den Küsten Brasiliens im Februar sehr, da es äußerst ungewöhnlich ist." Eigentlich kommen die Buckelwale immer im Winter in die Gewässer der Amazonasbecken. Winter ist in Brasilien jedoch in den Monaten Juni bis September.

Zwei Grundannahmen

Zur Klärung des Rätsels dieses sehr ominösen Todes haben die Wissenschaftler zwei Theorien entwickelt. Die erste begründet sich auf der Größe des Tieres: Natürlich ist es groß, doch nicht so groß wie ein ausgewachsener Buckelwal. Die Länge von acht Metern - weniger als halb so groß wie ein ausgewachsenes Tier - lässt darauf schließen, dass der Wal noch nicht einmal ein Jahr alt war.

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Das junge Alter könnte darauf hindeuten, dass der Wal auf der Wanderung von seiner Mutter getrennt wurde, sich anschließend verirrte und aufgrund der starken Strömungen nicht mehr aus den Mangroven Brasiliens entkommen konnte.

Aber es ist auch eine andere und weniger „natürliche" Erklärung denkbar: Vergiftung durch den Verzehr von Kunststoff. Eine Plage, die sich heute auf alle Weltmeere ausbreitet und der bereits viele Wale zum Opfer fielen.

Um die tatsächliche Ursache herauszufinden, soll das Tier nun einer Untersuchung unterzogen werden. Ein letzter Ermittlungsschritt, dessen Ergebnisse Antworten auf den Tod des Wals geben.

• Maximilian Vogel
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