Die Überträger sind Nager: Dieser Virus breitet sich beunruhigend schnell aus

Die Überträger sind Nager: Dieser Virus breitet sich beunruhigend schnell aus

Seit 6 Wochen steigt die Anzahl der Opfer eines Hantavirus in Argentinien immer weiter. Zuletzt stirbt eine 34-jährige Frau an der Krankheit, die von wildlebenden Nagetieren auf den Menschen übertragen werden kann. Die Gesundheitsbehörden sind besorgt und haben fast hundert Personen unter Quarantäne gestellt.

TN, ein argentinisches Medium, hat den Tod von Tahis Pérez bekanntgegeben – einer 34-jährigen Frau aus Castelli, einer ländlichen Region Argentiniens. Laut dem Gesundheitsminister der Provinz von Buenos Aires ist sie das 14. Opfer von dem, was sich allmählich zu einer Hantavirus-Epidemie entwickelt. 

Eine Epidemie bricht aus

Das Ganze begann am 3. Dezember in Epuyén, einer kleinen Stadt in den Bergen in der Provinz Chubut im Südwesten des Landes. Dort leben 3.500 Menschen. In dieser Region sind bereits 10 Personen dem Hantavirus zum Opfer gefallen, und zwar seit Januar. Eine beunruhigende Zahl, denn die Anzahl der dokumentierten Fälle ist nun schon doppelt so hoch wie im Jahr 2018. Angesichts der Ausbreitung der Krankheit und aus Sicherheitsgründen sind 95 Bewohner von Epuyén und der angrenzenden Ortschaften aktuell unter Quarantäne, wie das Nationale Sekretariat für Gesundheit angibt.

Wie entwickelt sich dieser Virus?

Der Hantavirus ist ein Virus, der im Urin, im Speichel oder in den Exkrementen bestimmter wildlebender Nagetiere vorkommt, und zwar vor allem in Nord- und Südamerika. Er überträgt sich durch das Einatmen von Staub oder durch Tröpfcheninfektion von infizierten Nagern. Er kann auch durch direkten Hautkontakt (wenn eine Verletzung besteht) oder mit einem kontaminierten Gegenstand sowie durch den Verzehr von kontaminierter Nahrung oder Wasser übertragen werden.

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Der Mensch kann zwar infiziert werden, aber er kann den Hantavirus in der Regel nicht weitergeben. Bestimmte Fälle, vor allem in Südamerika, haben aber in letzter Zeit eher auf das Gegenteil hingewiesen.

Schmerzen und Symptome 

Wenn der Virus in den Körper eingedrungen ist, führt er zum Hantavirus-Lungensyndrom (HPS), dessen Symptome (Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Magen-Darm-Beschwerden) ein bis fünf Wochen nach der Infektion auftreten. Bleibt eine Behandlung aus, so sinkt der Blutdruck drastisch und die Lungen füllen sich mit Flüssigkeit. Das daraus resultierende, schwerwiegende Lungenversagen kann zum Tod führen.

Es gibt keinen Impfstoff gegen diese Krankheit, aber laut dem Kanadischen Zentrum für Hygiene und Arbeitssicherheit können "die zeitnahe Diagnose und der schnelle Beginn einer Behandlung auf einer Intensivstation dazu beitragen, dass der Patient geheilt werden kann“. Dabei wird vor allem eine Sauerstofftherapie verwendet, bei der Sauerstoff zu Heilungszwecken verwendet wird.

• Maximilian Vogel
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