Ulrike Folkerts wirft Produzenten "mangelnde Fantasie" vor
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Ulrike Folkerts wirft Produzenten "mangelnde Fantasie" vor

Ulrike Folkerts ist eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Seit vielen Jahren spielt sie die Rolle der Lena Odenthal. In einem Interview spricht sie nun darüber, warum ihr das zwar gefällt, aber manchmal auch ein Nachteil in ihrem Beruf ist.

Ulrike Folkerts ist 58 Jahre alt und spielt seit über 30 Jahren im Tatort; insgesamt hat sie in 75 Folgen als Lena Odenthal ermittelt. Im Interview mit t-online verrät die Schauspielerin, wie lange sie noch ihren Beruf ausüben möchte und welche Tücken dieser mit sich bringt.

Sie liebt ihre Rolle im Tatort

Ulrike Folkerts kennen viele nur aus dem Ludwigshafener Tatort, da sie die Rolle der Ermittlerin schon so lange spielt. Damit habe sie sich ein gewisses Image aufgebaut, so die Schauspielerin. Dadurch wird sie aber auch oft in eine Schublade gesteckt:

[Die Ermittler-Rolle] klebt ein bisschen an mir. Das ist aber nicht schlimm. Schlimm wäre es, wenn ich diese Figur nicht mehr spielen könnte. Man nennt es auch Image. 30 Jahre "Tatort" sind eine lange Zeit. Ich hatte letztes Jahr echt ein schönes Jubiläum und bin auch stolz, dass ich es so lange geschafft habe, mich da zu halten, und dass ich auch eine gute Position und ein gutes Standing aufgebaut habe.
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Produzenten fehlt die Fantasie

Dabei spielt die Schauspielerin auch gerne andere Rollen, wie beispielsweise im Film Katie Fforde - Ein Haus am Meer, welcher vergangenen Samstag ausgestrahlt wurde. Diese Rollen, die von der harten Polizistin abweichen, werden ihr aber nur selten angeboten:

Bei mir ist es ein bisschen anders, weil ich durch die "Tatort"-Geschichte so verknüpft mit einer Rolle bin, dass Leuten, die Rollen besetzen, oft die Fantasie fehlt. Dass ich als Schauspielerin auch was anderes kann und will und natürlich total Bock darauf habe, in andere Rollen zu schlüpfen und viele Charaktere zu spielen, liegt natürlich auf der Hand und ich nutze jede Gelegenheit, wenn ich sie bekomme, wie jetzt bei Katie Fforde.

Der weibliche Blick fehlt

Die 58-Jährige sagt auch, dass es in der Filmbranche immer noch zu wenig Frauen gebe. Sowohl das Schreiben der Drehbücher als auch die Produktion des Films werden von Männern übernommen. Auch kleine Nebenrollen werden meist nicht von Frauen besetzt, so Folkerts.

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Außerdem bekommen Schauspielerinnen jenseits der 50 kaum noch Rollenangebote, was für Folkerts unverständlich ist: "Mit über 50 gibt es ja auch einfach nicht mehr so viele Rollen, das wird ja immer weniger. Die Männer haben immer mehr zu tun und die Frauen immer weniger. Das ist echt eine Unverschämtheit. Es wirkt so, als gäbe es kein Interesse an Geschichten mit interessanten Frauen über 50, über die es sich lohnt, einen Film zu machen, was ja nicht stimmt." Zudem sei auch das Aussehen der Frauen sehr wichtig.

Wie lange will sie noch schauspielern?

Weil die Rollenangebote für ältere Schauspielerinnen so knapp sind, ist Folkerts froh, mit dem Tatort ein zweites Standbein zu haben. "Ich habe das große Glück, dass ich diese 'Tatort'-Rolle habe. Eine Kommissarin geht mit 67 in Rente, ich bin jetzt 58. Na, da habe ich noch ein bisschen Zeit."

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Folkerts kritisiert also in dem Interview nicht nur, dass zu wenig Frauen an der Filmproduktion beteiligt sind, sondern auch die sinkende Nachfrage nach Darstellerinnen ab einem gewissen Alter. Trotzdem möchte die 58-Jährige so lange auf der Bühne stehen, wie es nur geht: "Ich finde es ganz gut, da noch eine Weile mitzumischen."

Von Simone Haug
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