R. Kelly-Prozess: DNA des Sängers stimmt mit Sperma auf T-Shirt des Opfers überein

Seit Beginn seines Prozesses häuft sich das Beweismaterial gegen den Sänger. Seine DNA soll jetzt auf einem T-Shirt eines vermeintlichen Opfers nachgewiesen worden sein.

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Der R.-Kelly-Prozess hat am 18. August mit den erschreckenden Aussagen seiner mutmaßlichen Opfer, darunter auch Jerhonda Pace, begonnen. Inzwischen hat auch schon ein männliches Opfer ausgesagt.

Pace hat den Sänger als 16-Jährige getroffen, ihm gegenüber aber damals vorgegeben, schon 19 zu sein. Als sie Kelly später ihr wirkliches Alter gesagt hat, hat dieser dennoch seine Beziehung mit der damals Minderjährigen fortgesetzt.

Blaues T-Shirt mit Flecken

Pace hat Kelly sexuelle Gewalt und Missbrauch vorgeworfen. Sie hat auch von dem Vorfall berichtet, der ihrer sechsmonatigen Beziehung ein Ende gesetzt haben soll: Ihrer Aussage nach hat der Sänger einen fürchterlichen Wutanfall bekommen, weil sie einem Freund eine Textnachricht geschickt hat.

Kelly soll sie dann geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Auch soll er sie bespuckt und sie zum Oralsex gezwungen haben. Als Beweisstück ihrer Aussage hat Pace ein blaues T-Shirt vorgelegt, mit dem sie sich Kellys Sperma vom Gesicht gewischt haben will.

Dieses Beweisstück ist von dem DNA-Experten Yongfei Wu untersucht worden, der in der Sitzung vom 2. September seine Ergebnisse vorgestellt hat. Wie USA Today berichtet, hat Wu erklärt, dass die DNA auf dem T-Shirt „haargenau“ mit der von einem Wangenabstrich des Sängers übereinstimmt. Eine zufällige Übereinstimmung von DNA-Proben verschiedener Menschen ist laut Wu so gut wie ausgeschlossen.

Wu hat allerdings zugegeben, nicht zu wissen, ob das T-Shirt tatsächlich Pace gehört oder ob es gestohlen ist. Kellys Anwalt Deveraux Cannick hat ihn ins Kreuzverhör genommen und gefragt: „Wissen sie etwa nicht, woher das T-Shirt stammt?“ Wu hat daraufhin schlicht geantwortet: „Nein“.

Weiteres Beweismaterial

Chris Wilson, ein Spezialist für Computerforensik im amerikanischen Heimatschutzministerium, hat jedoch weiteres Beweismaterial vorgestellt, das die Anschuldigungen zahlreicher Zeugen untermauert. Dies betrifft insbesondere die Art und Weise, wie Kelly Minderjährige ausgebeutet, bedroht und einer Gehirnwäsche unterzogen haben soll, um eine Beziehung mit ihm einzugehen.

Wilson hat drei Geräte untersucht und eine SMS von einem namentlich unbekannten Absender aus dem Jahr 2017 gefunden. Darin ist zu lesen, wie USA Today berichtet:

Du bist jung und viele Dinge weißt du noch nicht… Ich möchte dich darauf vorbereiten und mit dir zusammensein.