Wir sitzen alle in einem Boot: Weltumsegler Boris Hermann verrät uns seinen Tipp für den Lockdown

Boris Hermann hat als erster Deutscher an der Vendée Globe teilgenommen und das härteste Solo-Segelrennen der Welt als Fünfter beendet. Konkret hat das für ihn auch 80 Tage Dauerstress und Isolation bedeutet. Der Weltumsegler ist uns Lockdowngeplagten also um mehr als eine Nasenspitze voraus.

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Boris Hermann ist wieder zurück. Nach 80 Tagen Einsamkeit erzählt er in diversen Talkshows von seinen Erlebnissen in der "Meereswüste". Das harte und lange Solo-Segelrennen hat dem Sportler viel abverlangt. Zwar äußerlich fit wirkend, kann es bis zu sechs Monate dauern, die über 80 Tage währende mentale Anstrengung wieder auszugleichen.

Verschiedene Extreme bewältigt

Hermann hat in dieser Zeit auch verschiedene Extremsituation bewältigt. Beispielsweise als der unter Höhenangst leidende 39-Jährige auf den 30 Meter hohen Mast zu klettern hatte, um ein verhaktes Segel loszumachen. Boris Hermann sagt hierzu bei Markus Lanz:

Oh, da bin ich über meine Grenzen gegangen.

Kampf gegen die Einsamkeit

Das Erklettern des schwankenden Masts ist aber nur eine der Grenzen, die Hermann zu überschreiten gezwungen gewesen ist. Jenseits körperlicher Kraftanstrengung und Geschicklichkeit hat es gegolten, mit der Einsamkeit zurecht zu kommen. Bei der Bewältigung dieser psychischen Herausforderung hat sich Herrmann auf die moderne Technik gestützt, inkarniert durch die Satellitenantenne seines Bootes.

Herrmann erklärt die Umstände:

Ich habe Sprachnachrichten neu entdeckt (...) Das hat mir sehr geholfen. Man ist einmal raus aus seiner eigenen kleinen Blase.

Sprachnachrichten als Anker

Dank verschickter und empfangener WhatsApp-Sprachnachrichten hat sich Herrmann gewissermaßen auf Hoher See geerdet. Das Format der aufgezeichneten Nachricht hat es dem Segler erleichtert, Emotionen und Gedanken mitzuteilen, wie er es ansonsten mit Texten oder selbst in Gesprächen nicht vermag. Seiner Meinung nach liegt also in Sprachnachrichten auch eine Möglichkeit verborgen, sich der Einsamkeit und Bedrängtheit des Lockdowns zu entziehen.

Konkret beschreibt Herrmann dieses Prinzip folgendermaßen:

So habe ich zu alten Freunden neu Kontakt aufgebaut, die gar nicht mehr so intensiv waren. Das ist vielleicht eine Technik, die man auch im Lockdown ganz gut anwenden kann.

Wir sitzen in einem Boot

Durch die wiederholten und langen Lockdowns finden wir uns alle gewissermaßen in der Rolle von Extremsportlern wieder, zwischen der Bewältigung von Stress und Einsamkeit sowie der Suche nach Rast und Entspannung.

Die gemachten Erfahrungen wie auch die gefundenen Lösungen werden unser Leben nach der Coronakrise bereichern und entscheidend zum Guten verändern. Es gilt jetzt nur, wie Boris Herrmann, bis zum Ziel durchzuhalten.