Nach dem "Runner's High" nun der "Runner's Cry": Darum müssen immer mehr Jogger weinen
Nach dem "Runner's High" nun der "Runner's Cry": Darum müssen immer mehr Jogger weinen
Nach dem "Runner's High" nun der "Runner's Cry": Darum müssen immer mehr Jogger weinen
Lire la vidéo
Weiterlesen

Weinen beim Joggen, was soll das denn bedeuten?

Sicher hast du schon vom „Runner’s High“ gehört, dem Glückszustand, in den man beim Laufen gleiten kann. Was hat es aber mit dem „Runner’s Cry“ auf sich? Wir erklären dir, wieso man beim Joggen in Tränen ausbrechen kann und warum das gerade in Corona-Zeiten eine echte Erleichterung bedeuten kann.

Schon lange ist bekannt, dass man beim Joggen in einen euphorischen Zustand gelangen kann, den man auch als „Runner’s High“ bezeichnet. Hierfür sind wohl Ausschüttungen verschiedener Hormone, darunter die bekannten Endorphine, verantwortlich, deren wissenschaftliche Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist. Dadurch gerät man in ein Art Rauschzustand, der wohl auch eine regelrechte Sucht auslösen kann.

Aber aufgepasst: Um ein „Runner’s High“ zu bekommen, muss man wirklich lange laufen und zuvor einen Tiefpunkt der Erschöpfung überwinden. Mit dem „Runner’s Cry“ kann das unter Umständen schneller gehen. Die verschiedenen Mechanismen sind hier noch nicht ganz eindeutig zu fassen.

Wie kommt es zu dem „Runner’s Cry“?

Bei ausdauerndem Laufen kommt es zu einer Ermüdung und Entspannung des Körpers zugleich, einem Zustand, der durch die zusätzliche Hormonausschüttung bis zur Euphorie gesteigert werden kann. Durch die regelmäßige Laufbewegung schaltet der Körper gewissermaßen auf den Autopiloten um, der Geist kann sich dann anderen Wahrnehmungen widmen bzw. abschalten.

In diesem Zustand sind wir anscheinend unseren Emotionen näher. Erinnerungen oder etwas gerade Gehörtes oder Gesehenes können bei uns ein Weinen auslösen, das wir uns spontan nicht rational erklären und daher als befremdend empfinden können. Es bedeutet aber eigentlich nur, dass wir in dem Zustand des „Runner’s Cry“ unsere Emotionen weniger im Griff haben. Sie können deshalb nach außen dringen, was für uns gefühlt wie eine Befreiung wirken kann. Man muss diese aufgestauten Emotionen nur zulassen und dem „Runner’s Cry“ nichts entgegensetzen.

Suche nicht nach einem präzisen Grund

Kommt man beim Joggen zum Weinen, ohne den Grund dafür zu kennen, besteht also kein Grund zur Beunruhigung. Und es ist sogar besonders wichtig, sich nicht auf eine bohrende Suche nach einer möglichen, konkreten Ursache zu begeben. Man nutzt den „Runner’s Cry“ am besten, um emotionales Dampf abzulassen.

Dieses Phänomen gehört letztlich in einen Zusammenhang, der schon von vielen Studien untersucht worden ist: Sportliche Aktivität kann nämlich wie ein leichtes Antidepressivum wirken. Die Verbindung zwischen Körper und Geist ist um einiges vielschichtiger, als viele Menschen meinen. In nicht wenigen anderen Kulturen ist diese Vorstellung viel gegenwärtiger als in der unseren. Selbst wenn man schon in der Antike den gesunden Geist mit einem sportlich aktiven Körper verbunden hat.

Der „Runner’s Cry“ erlaubt uns also gerade in unserer angstbeladenen Pandemie-Zeit, zusätzlich zur körperlichen auch etwas emotionale Entspannung zu finden. Corona-Ängste haben sicher schon viele Jogger zum Weinen gebracht, die in früheren Zeiten eher emotional ausgeglichen gewesen sind. Jetzt können wir endlich wieder zu neuen Ufern aufbrechen und der „Runner’s Cry“ hilft uns dabei.


Mehr