Forscher erklärt: So kann man die Lebensdauer seines Tattoos berechnen
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Forscher erklärt: So kann man die Lebensdauer seines Tattoos berechnen

Nicht alle Tattoos haben dieselbe Lebensdauer. Je nach Oberfläche, Hautqualität und anderen Faktoren variieren sie in ihrem Verlauf und "altern" schneller oder langsamer. Wir erklären euch, wie ihr durch Berechnungen mögliche Veränderungen vorhersehen könnt.

Das Tätowieren ist eine ziemlich verbreitete Praxis, die darin besteht, sich Tintenpigmente unter die Haut zu injizieren, um ein Symbol oder eine Figur als Motiv zu erzielen. Die "Lebensdauer" dieser auf die Haut gemalten Zeichnungen variiert jedoch stark. Die Veränderungen der Tätowierungen sind von bestimmten Faktoren abhängig, die dank mathematischer Formeln berechnet werden können.

Hero Images / Getty ImagesTattoo-Alter lässt sich mit einer mathematischen Formel berechnen

Immer mehr Menschen tätowiert

Der Anteil tätowierter Personen weltweit steigt laufend an. Die Website 20minutes berichtet, was der britische Forscher Ian Eames des University College London dazu zu sagen hat: "Tattoos sind unglaublich beliebt, mehr als ein Drittel der jungen Amerikaner zwischen 18 und 25 Jahren haben eines."

Und doch ist eine Tätowierung keine harmlose Entscheidung, die auf die Schnelle getroffen werden kann. Sich tätowieren zu lassen bedeutet, dass einem Tinte unter die Haut gespritzt wird, die Schwermetalle wie Quecksilber, Blei, Nickel oder Zink enthalten kann.

Im Übrigen handelt es sich auch von einer ästhetischen Warte aus um eine langfristige körperliche Veränderung, die nicht einfach wegzukratzen ist, wie es ein Mann versucht hat. Das ist auch der Grund, warum sich Profi-Fußballer Cristiano Ronaldo nicht tätowieren lässt, da er weiterhin Blut spenden will.

Stadtratte / Getty ImagesBeim Stechen von Tattoos gelangen auch Schwermetalle unter die Haut

Bestimmte Faktoren beeinflussen die Entwicklung des Tattoos

Auch wenn jedes Tattoo dauerhaft ist, kann es unterschiedlich schnell "altern". Es gibt einige Faktoren, die das "Lebensalter" von Tätowierungen verkürzen können, so der Professor.

Bestimmte Faktoren wie Hauttyp, Alter, Größe des Tattoos, Sonneneinwirkung und die verwendete Tinte können die Art und Weise beeinflussen, wie das Tattoo mit der Zeit verblasst.

Ian Eames beklagt die Tatsache, dass das noch niemanden vor ihm gekümmert hat, deshalb beschließt er, sich diesem Thema zu widmen und Tattoos genauer zu untersuchen.

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Es wurde bereits viel unternommen, um die Entwicklung der Tintenpartikel im Verlauf der ersten Monate zu analysieren, aber was die Langzeitveränderungen betrifft, weiß man viel weniger darüber.

Er beobachtet die Verteilung der Tinte in den verschiedenen Hautschichten und kann daraus eine mathematische Formel ableiten, die er daraufhin auf mehrere Tätowierungen anwendet. Dabei erkennt er, dass zuallererst das Immunsystem der tätowierten Person aktiv wird und die weißen Blutkörperchen einen Teil der injizierten Tinte abstoßen. Der Rest bleibt weiterhin unter der Hautoberfläche. Die Zellen, an denen die Pigmente anhaften, teilen sich und sterben im Verlauf der Zeit nach und nach ab, was die Zeichnung verändert.

Die größten Tattoos halten am längsten

Allgemein zeigt die Studie, dass die feinen Details der Tätowierung zuerst verloren gehen, während dickere Linien weniger stark betroffen sind. Fein gezeichnete Tattoos können zum Zeitpunkt des Anbringens sehr schön aussehen, verlieren jedoch tendenziell nach 15 Jahren an Definition.

Diese Erkenntnis legt Dr. Eames nahe und bestätigt: Je größer ein Motiv, umso besser überdauert es die Zeit. Dies wird auch in der Studie beschrieben, die in der Fachzeitschrift Mathematics Today veröffentlicht wird. Berücksichtigt also am besten all diese Faktoren, wenn ihr überlegt, ob ihr ein Tattoo wollt, und wenn ja, welches! In Zukunft wird es sogar elektronische Tattoos geben und die Wahl noch schwieriger machen.

Maximilian Vogel
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