West-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung
West-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

West-Syndrom: Symptome, Ursachen, Behandlung

Das West-Syndrom ist eine Art Epilepsie bei Säuglingen und Kleinkindern, einhergehend mit einer Reihe von Krämpfen. Diese seltene Krankheit verursacht oft eine langsamere, psychomotorische Entwicklung beim Kind.

West-Syndrom: Was ist das?

Es handelt sich um eine seltene Form der Epilepsie, die zumeist ab dem Alter von 5 Monaten eintritt. Mehrere ungewollte Krämpfe und Verspannungen treten beim Kind auf. Der Säugling zieht sich plötzlich zusammen, nicht selten rollt er dabei die Augen. Die Krämpfe treten meist hintereinander auf, mitunter mehrmals am Tag. Obwohl die Krämpfe mit einer Behandlung verschwinden können, kann das West-Syndrom Auswirkungen auf die Intelligenz und die geistige Fähigkeit haben. Zwischen den Krämpfen ist die Hirnaktivität ebenfalls ungewöhnlich, auch wenn man es dem Kind nicht ansieht. Langfristig kann das West-Syndrom ein Kind in seiner Entwicklung nachhaltig einschränken. Bei Jungs tritt das Syndrom bei einer von 22.000 Geburten auf, bei Mädchen bei einer von 34.000 Geburten.

Wie sehen die Symptome aus?

Das West-Syndrom tritt meist vor dem ersten Geburtstag des Kinds auf, nach etwa 5 Monaten. Die Symptome können jedoch schon ab der Geburt auftreten, und zwar bis das Kind 5 Jahre alt wird. Die Diagnose wird per EEG ausgestellt, mit dieser Untersuchung kann die Hirnaktivität überprüft werden. 

Das West-Syndrom ist einerseits an den Verkrampfungen des Körpers sichtbar, die meistens beim Aufwachen eintreten. Bei diesen Krämpfen winkelt das Kind oft seine Arme und Beine an, in Richtung des eigenen Körpers. Das Kind streckt Beine, Arme und Nacken brüsk nach oben oder zur Seite auf.

Die Krämpfe dauern normalerweise nicht länger als zwei Sekunden, doch sie folgen dicht aufeinander. Ein Kind kann in 30 Sekunden bis zu zehn unterschiedliche Krämpfe haben. Ein Anfall kann mehrere Minuten lang dauern und mehrmals am Tag stattfinden.

Einige Kinder rollen während der Krämpfe die Augen, manchmal ist dies sogar das einzige Symptom. Nach den Anfällen weint das Kind oft viel.

Das West-Syndrom kann das Gehirn beschädigen. Deshalb sind die Kinder oft in ihrer geistigen Entwicklung in Verzug. So können sie oft schlechter aufrecht sitzen, laufen oder sprechen. Einige Kinder verlieren sogar Fähigkeiten, die sie vorher schon erlernt hatten.

Wie schwer die Entwicklung eingeschränkt ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. 

Gründe für das West-Syndrom 

In bis zu 80% der Fälle ist eine ungewöhnliche Hirnaktivität für die Krankheit verantwortlich. Man kann aufgrund einer Schädigung des Gehirns bereits vom West-Syndrom sprechen, bevor die ersten Anfälle auftreten. Mangelnder Sauerstoff bei der Geburt, eine Missbildung oder auch eine Infektion können hierfür verantwortlich sein. In 10% der Fälle ist die Hirnaktivität des Säuglings aber bis zu den ersten Krämpfen unauffällig und das West-Syndrom kann erst mit den Anfällen diagnostiziert werden. Dann spricht man vom idiopathischen West-Syndrom. In einigen Fällen bleiben die Gründe für das West-Syndrom unbekannt. 

Behandlung des West-Syndroms

Mit der Behandlung der Krankheit sollen die Krämpfe verringert und die Hirnaktivität kontrolliert werden. Die Behandlung ist individuell, unterschiedliche Medikamente gegen Epilepsie werden verschrieben. Doch nicht immer wirken diese Mittel und in seltenen Fällen muss sogar am Gehirn operiert werden.

Im Alter von fünf Jahren sind die Krämpfe oft verschwunden. Die Kinder haben jedoch Rückstände in ihrer Entwicklung. Das Kind kann dann zu mehreren Spezialisten in Behandlung gehen, etwa Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten oder Psychomotorikern. Da jeder Fall anders ist, können die genauen Auswirkungen des West-Syndroms auf die geistige Entwicklung nicht vorab abgesehen werden.  

Von Fred Eilig
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