Nobelpreis mit 16 Jahren: Ihre Krankheit gibt Greta Thunberg die Kraft zu kämpfen

Nobelpreis mit 16 Jahren: Ihre Krankheit gibt Greta Thunberg die Kraft zu kämpfen

Schülerin, Muse oder Kämpferin gegen den Klimawandel? Alles zusammen und noch viel mehr. Mit gerade einmal 16 Jahren könnte die schwedische Jugendliche sogar den nächsten Friedensnobelpreis bekommen. Sie ist davon überzeugt: Ihr besonderer Gesundheitszustand gibt ihr die "Superkraft", sich für den Planeten einzusetzen.

"Ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um einen Unterschied zu machen." Diese weisen Worte stammen von Greta Thunberg.

Mit ihren gerade einmal 16 Jahren hat die jugendliche Schwedin schon viel bewegt. Sie ist eine militante Umweltschützerin und hat es geschafft, die Menschen wachzurütteln. Und dabei beginnt ihr Kampf für den Schutz unseres Planeten gerade erst...

Baumschule und Aufruf zum Streik

Im vergangenen August, als sie erst 15 Jahre alt war, hat Greta sich dazu entschlossen, blau zu machen und nicht zurück in die Schule zu gehen. Stattdessen bezog sie Stellung vor dem schwedischen Parlament und ging in "Schulstreik für das Klima". Mit einem Plakat in der Hand prangerte sie die Untätigkeit der Politiker angesichts der Klimaerwärmung an. Drei Wochen lang und egal bei welchem Wetter stand Greta vor dem Riksdagshuset in Stockholm.

Zu jenem Zeitpunkt nahm sie niemand ernst. Das war ein Fehler, denn die Jugendliche mit ihren genauso strammen Überzeugungen wie es ihre inzwischen berühmten geflochtenen Zöpfe sind, hat jede Menge Durchhaltevermögen. Ihre Aktion und ihre Botschaft wurden schnell in den sozialen Netzwerken verbreitet und weitere Jugendliche taten es ihr gleich. Ihre Bewegung "Skolstrejk för klimatet" (Dt.: Schulstreik für das Klima) nahm weltweite Ausmaße an.

Am 15. März wurde dann der "Internationale Protesttag für das Klima" organisiert, der in Deutschland Zehntausende von Jugendlichen auf die Straßen brachte und in über hundert Ländern auf der ganzen Welt die Massen mobilisierte.

Asperger-Syndrom

Greta Thunberg wächst in einer Künstlerfamilie auf: Ihre Mutter ist Opernsängerin, ihr Vater Schauspieler. Beide haben ihre Karriere unterbrochen, um ihre militante Tochter zu unterstützen. In ihrer Jugend hat diese eine schwere Depression erlitten und sprach und aß nicht mehr. Als sie elf Jahre alt war, wurde bei ihr das Asperger-Syndrom (autistische Erkrankung) diagnostiziert, welches von Zwangsneurosen und einem selektiven Mutismus begleitet wird.

"Das bedeutet, dass ich nur rede, wenn ich denke, dass es erforderlich ist. Und das ist jetzt der Fall", erklärte sie bei einem TEDx-Event im Januar.

Am 2. April, anlässlich des Welt-Autismus-Tags, hat Greta auf ihrem Instagram-Account eine sehr starke Botschaft veröffentlicht. Darin erklärte sie, dass "Autismus kein "Geschenk" sei. Aber unter den richtigen Umständen und mit ein paar Anpassungen KANN er zu einer Superkraft werden." Sie sagte dazu, dass sie ohne ihre Diagnose "niemals die Streikbewegung in der Schule gestartet hätte."

Auf dem Weg zum Nobelpreis?

Bei den ganzen Preisen und Zeichen der Anerkennung für ihr Engagement passt der Lebenslauf von Greta Thunberg bald schon nicht mehr auf eine Seite! Das Time Magazine hat sie in seiner Ausgabe zu den 25 einflussreichsten Jugendlichen des Jahres 2018 aufgestellt, bei der COP24 in Katowice (Polen) hat sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und sie hat den Entscheidungsträgern beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Sprache verschlagen.

"Das Haus brennt. Die Erwachsenen sagen, dass man den Jugendlichen Hoffnung geben muss. Ich will eure Hoffnung nicht, ich will, dass ihr in Panik ausbrecht", hat sie ihnen laut der französischen Zeitung Le Point an den Kopf geworfen.

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Drei Abgeordneten aus der schwedischen Opposition, die von ihrem Engagement für die Stärkung von Aktionen gegen den Klimawandel beeindruckt sind, haben sie für den Friedensnobelpreis 2019 nominiert, der im Oktober verliehen werden soll.

Das wäre eine schöne Auszeichnung für den Lebensweg von Greta, der Einiges mit dem von Svante Arrhenius gemeinsam hat. Diese gewann 1903 den Chemie-Nobelpreis... Und sie hat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts den erwärmenden Effekt von CO² auf die Erdatmosphäre erklärt.

Maximilian Vogel
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